Anmeldung: Ein Hörsaal im Theater

Experiment Studenten im Dialog über Marketing

Freiberg. 

Freiberg. So ein wenig saßen sich in der vergangenen Woche zwei sich eher fremde Welten gegenüber, als Margit Enke, Professorin für Marketing und Internationalen Handel an der TU Bergakademie Freiberg, rund 50 Studenten der Betriebswirtschaftslehre aus allen Semestern ins Mittelsächsische Theater lud, um dort mit dessen Geschäftsführer Hans Peter Ickrath und dem Intendanten Ralf-Peter Schulze über Möglichkeiten des Marketings an einer solchen Kultureinrichtung zu diskutieren.

Die Frage, welche die differierenden Meinungen besonders offenlegte, war die, ob sich das Theater denn in Konkurrenz zu den sogenannten neuen Medien sehe. Ralf-Peter Schulze machte seinen Standpunkt klar, dass das Theater als solches in überhaupt keinem Konkurrenzverhältnis stehen kann.

Desozialisierung durch soziale Medien?

"Es hat lediglich Feinde, nämlich die Langeweile und den Verlust an Neugier bei den Menschen", sagte er und kritisierte durchaus die Vereinsamung der Menschen am Computer oder anderen Geräten. Auch sei ein Auftritt des Theaters im Internet nicht das Entscheidende. "Ein Klick schafft noch keine Zuschauer", stellte er fest. "Die sozialen Medien sind nicht unsere Werbeträger." Manch Student sah sich dadurch ein wenig angegriffen, weshalb die Computernutzung, besonders aus Gründen der Unterhaltung, entschieden verteidigt wurde. Eine Weile ging es so hin und her, doch fand man nicht wirklich zueinander. Es könnte aber spannend sein, den Dialog im nächsten Jahr fortzuführen, um Entwicklungen zu beobachten.