Anwohner beunruhigt: Große Hanf-Plantage mitten an öffentlichem Parkplatz in Mittelsachsen

Polizei und Gemeinde klären auf: Was steckt dahinter?

Hartmannsdorf

Wer in Hartmannsdorf aktuell spazieren geht, dem dürfte ein größerer Anbau eine bestimmten Pflanzenart in der Ernst-Lässig-Straße auffallen. Direkt am Parkplatz, wo sich auch die Kress-Filiale und die Bäckerei Kirchbäck befinden, stehen dutzende Hanf-Pflanzen. Diese Plantage warf nicht nur Fragen in der Redaktion auf, sie beunruhigte vor allem einige Anwohner und Anwohnerinnen. 

Handelt es sich wirklich um Hanf? 

Tatsächlich bestätigte die Polizei, dass es sich bei den genannten Pflanzen um Nutzhanf, auch als Industriehanf bekannt, handelt. Die Pflanzen gehören zur Gattung der Cannabispflanzen und die spezielle Sorte wird meist für kommerzielle Nutzung angebaut.

Verwendet wird Hanf abseits seiner Wirkung als Rauschmittel und Arzneimittel für Hanföl oder als Nahrungsmittel. Der Anteil an Tetrahydrocannabinol (THC) liegt bei dieser Art von Nutzhanf bei weniger als 0,2 Prozent. Man kann daraus also keinen Haschisch oder Marihuana erzeugen. 

Was sagt das Cannabisgesetz?

In Deutschland dürfen Privatpersonen seit dem 1. April 2024 legal bis zu drei Hanfpflanzen selbst besitzen. Wer größere Mengen anbauen möchte, muss sich einer Anbauvereinigung anschließen, die den Anbau behördlich genehmigen lassen muss. Weitere Infos zum Cannabisgesetz sind auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit. 

Wem gehören die Pflanzen?

Auf der Suche nach Antworten sprach die BLICK.de-Redaktion mit verschiedenen Institutionen, um herauszufinden, was es mit der Hanf-Plantage in Hartmannsdorf auf sich hat. Der Kirchbäck, dessen Filiale sich ungefähr 100 Meter entfernt von der Plantage befindet informierte: "Wir können nicht weiterhelfen. [...] Den Hanf für unser Hanfbrot beziehen wir von einem zertifizierten Großhändler." 

Polizei und Gemeinde klären auf

Die Gemeinde Harmannsdorf klärte auf, "dass es sich um einen kontrollierten und genehmigten Anbau auf Privatgrundstück handelt." Somit gibt es keinen Grund für die Bürger und Bürgerinnen sich Sorgen zu machen.

Auch das Polizeirevier Rochlitz hat den Sachverhalt geprüft und erklärt: "Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass es sich um einen vom Bundesamt für Landwirtschaft genehmigten Anbau von Nutzhanf handelt." Über berauschende Inhaltstoffe würden diese Pflanzen nicht verfügen, demnach müssten Anwohnende auch keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen zum Umgang mit solcher Art von Pflanzen beachten. 

Wem die Plantage gehört, bleibt offen.

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