Atempause dringend benötigt

Asyl Veronika Bellmann besuchte Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis

Die Eindrücke sind vielfältig, die die mittelsächsische Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU) in den letzten Monaten vom Leben der Asylbewerber in den verschiedenen Einrichtungen im Landkreis gewonnen hat. Als Resümee ist ihr unter vielem dies wichtig: "Ich ziehe meinen Hut vor allen, die hauptberuflich oder ehrenamtlich Verantwortung tragen", sagt sie. Schon im Spätsommer verschaffte sich Veronika Bellmann einen ersten Überblick, beispielsweise in Freiberg und Döbeln. In den vergangenen Tagen war sie zusätzlich noch in Frankenberg, Mittweida, Flöha, Roßwein und Waldheim unterwegs. Dabei traf sie, trotz teilweise ein und desselben Betreibers (DRK), auf Unterschiede bei der Qualität der Unterbringung. "Unbedingt verbesserungswürdig sah es im Umfeld der Erstaufnahmeeinrichtung in Freiberg aus", sagt sie. Wie es gehen kann, zeigt die Erstaufnahme in Döbeln, wo allerdings günstigere Voraussetzungen gegeben seien. Diese seien auch in den Gemeinschaftsunterkünften, für die der Landkreis zu sorgen habe, sehr unterschiedlich. In Wohnprojekten von Familien wie in Frankenberg und Waldheim funktioniere das Zusammenleben freilich reibungsloser wie in Massenunterkünften, in denen vornehmlich junge Männer leben. Fakt sei aber für alle, dass dringend eine Atempause benötigt würde, sonst sei schon das Unterbringungsproblem im Landkreis kaum zu bewältigen, geschweige denn eine wirksame Integration. Selbst aus Orten mit engagierten Willkommensinitiativen wie Roßwein, seien ihr Belastbarkeitsgrenzen deutlich signalisiert worden. "Wir werden Grenzkontrollen auch mit Zurückweisungen und mobiler Kontrolle der grünen Grenze brauchen", sagt Veronika Bellmann. Sie spricht sich zudem für ein einheitliches europäisches Asylrecht aus. Eine gute Maßnahme sei die für Anfang 2016 geplante Einführung eines fälschungssicheren Asylausweises, ein Vorschlag, den die sächsische Landesgruppe im Bundestag machte. "Wenn möglich, möchte ich das als Pilotprojekt nach Mittelsachsen holen", unterstreicht Bellmann.