Auf den Spuren der Stadthistorie

Vorgestellt Horst Kühnert hob vor 20 Jahren Mittweidaer Heimat- und Geschichtsverein aus der Taufe

Als im Jahr 1992 in Mittweida der Heimat- und Geschichtsverein nach jahrzehntelangem Stillstand von Horst Kühnert aus der Taufe gehoben wurde, scharten sich insgesamt 16 gleichgesinnte Bürger um ihn. Darunter befanden sich auch zwei Hochschulstudenten. Das ist jetzt fast auf den Tag genau zwei Jahrzehnte her. "Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 60 angewachsen", sagt Kühnert, der als junger Berufsschullehrer nach Mittweida kam und zuletzt als Kulturdezernent im Rathaus beschäftigt war. Während er sich dort um das kulturelle Geschehen in der Zschopaustadt kümmerte, erfuhr der Hobby-Historiker vom Verein für Volkskunde und Geschichte, der bereits im Jahr 1933 mit Beginn des Zweiten Weltkrieges aufgelöst wurde. "Da ich mich schon eine ganze Zeit lang mit der Mittweidaer Geschichte auseinandergesetzt hatte, kam mir die Idee, so einen Verein erneut zu gründen", erinnert sich Kühnert. Schließlich gab es eine Menge zur Stadthistorie aufzuarbeiten, um die sich etwa sechs Jahrzehnte lang niemand kümmerte. Um sie wieder aufzuarbeiten, gehen noch heute die Mitglieder wie Detektive auf die Suche. Ihre Recherchen führen sie dabei vor allem in Archive. Doch das Wissen behalten die Freizeithistoriker nicht für sich. "Wir haben in all den 20 Jahren fast 40 Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten", sagt Kühnert. Zudem wurden Heimatbücher, Bildbände, Artikel in Zeitschriften sowie der Tagespresse publiziert. "Wir haben auch eine eigene Vereinszeitung und tauschen uns innerhalb von regelmäßigen Heimatabenden aus", erzählt Kühnert.

Allerdings blicken die Mitglieder nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Geplant ist beispielsweise eine Vereinsseite im Internet. Zudem ist die Nachwuchsgewinnung wichtig. Hier, so sagt Kühnert, sei man auf einem guten Weg. "Ich halte beispielsweise Vorträge am Gymnasium und erhoffe mir, dass dadurch später einige der jungen Leute den Weg zu uns in den Verein finden", erklärt der Mittweidaer.