Auf der Pirsch nach Souvenirmünzen

Hobby Erik Funk entgeht kein Prägeautomat

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In mehreren Alben werden die Prägemünzen, oder auch Quetschis genannt, von Erik Funk eingesteckt und mit Standortbeschreibung und Datum versehen. Foto: Andrea Funke

Arnsdorf. Erik Funk hat schon viel gesammelt: Kronenkorken, Münzen, Trucks und Miniatur-Feuerwehrautos. Das reicht, hatte er sich gesagt, dann fielen ihm im Urlaub öfters die Prägeautomaten für so genannte Elongated Coins, landläufig als Souvenirmünzen bekannt, auf.

Schon über 500 Prägemünzen

"Es war 2013 im Urlaub am Gardasee, dort drehte ich meine erste Münze und seitdem ist die Sammelleidenschaft ausgebrochen", berichtet der 49-Jährige, der gern mit seiner Freundin Katja Lange Ausfahrten unternimmt.

Jedes Jahr vergrößert sich die Anzahl, die säuberlich sortiert in Alben eingelegt werden. Jetzt hat er die 500er-Marke geknackt. Bei Recherchen im Internet sucht er die Standorte der Automaten heraus.

"2017 haben wir bei unserem Urlaub an der Ost- und Nordsee die Route nach den Automaten gelegt um möglichst viele Münzen zu sammeln", erklärt der Sammler. Besonders die sächsischen Münzen haben es ihm angetan.

Sortierung nach Bundesland

Alle Münzen werden nach Bundesländern sortiert. In manchen Gebieten stehen ganz viele Automaten. "Im Harz ist solch ein Schwerpunkt, dafür fehlen auf allen Burgen und Schlössern in Sachsen solche Souvenirs", erklärt Erik Funk, der nicht weiß woran das liegen könnte. Mit zwei verschiedenen Behältern geht er stets auf Tour. In einem werden die Fünf-Cent Münzen, möglichst im guten Zustand gesammelt und im anderen die Ein-Euromünzen.

Auf die Cent Münze wird das Motiv geprägt und die Euro Münze ist für den Automat, damit er losgeht. Mittels einer Kurbel wird gedreht, bis die Cent Münze unten frisch geprägt heraus fällt. Über das Internet kann man mit vielen anderen Sammlern Münzen tauschen. So ist Erik Funk beispielsweise auch an englische Münzen mit Beatles-Motiv gekommen.

Hohe Summen für Sondermünzen

Stolz ist der Mario Barth Fan auch auf dessen Münzen. "Bei seinen Konzert in Leipzig hatte er extra solch einen Prägeautomat mit und nur die Konzertbesucher konnten ihn benutzen", berichtet er. Für solche Sondermünzen werden teilweise hohe Summen gezahlt. Die weitest entfernte selbst geprägte Münze in Erik Funks Sammlung kommt von Gran Canaria. Andere ausländische Münzen stammen aus Österreich, Italien, Südtirol, Slowenien, Kroatien.

Die ersten Prägungen wurden während der Weltausstellung Columbian Exposition 1892-1893 in Chicago hergestellt. Eine Souvenir Prägung wird von einem Münz-, Medaillen- oder Metallformer hergestellt, indem sie zwischen zwei Stahlwalzen hindurch gezwungen wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt

Sobald die Münze die Walzen durchläuft, wird das Motiv unter enormem Druck aufgepresst. Bei diesem Vorgang wird die Münze zu einer länglichen, flachen, ovalen Form mit einem Motiv. Deshalb heißen diese Prägungen in den USA auch "elongated coin", was "verlängerte Münze" bedeutet.

Das Walzen von Souvenir Prägungen wurde zwischen 1893 und 1916 sehr populär. Auf deutschen Boden gab es ab 1969 die ersten Motive. 2014 wurden in Deutschland zirka 890 Standorte mit 2225 Motiven gezählt.



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