Aufs Berufsleben vorbereiten

Flüchtlinge Suche nach Fachkräften bleibt ein Thema im Handwerk

Der Fachkräftemangel im Handwerk lässt sich nicht sofort durch den Einsatz von Flüchtlingen lösen. Zu dieser Einschätzung kommt Kreishandwerksmeister Lothar Winter aus Glauchau-Niederlungwitz. Er vertritt die Interessen der Handwerker aus Westsachsen. "Die Leute, die nach Deutschland kommen, müssen zunächst für den Alltag und für den Einsatz im Berufsleben fit gemacht werden. Da ist neben der Politik auch jeder einzelne Bürger gefordert", sagt Lothar Winter. Bis zum Ende des Jahres sollen rund 3240 Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis Zwickau eintreffen. Dabei handelt es sich in vielen Fällen um junge Männer. Ist der Flüchtlings-Ansturm auch eine Chance für das Handwerk, was in Westsachsen immer wieder über die schwierige Suche nach Personal klagt? Lothar Winter macht deutlich, dass ein sofortiger Einsatz der Neuankömmlinge nicht denkbar sei.

Die Politik müsse möglichst schnell die Lösungen und die Finanzen für Bildungsträger zur Verfügung stellen. "Die Flüchtlinge sind in den meisten Fällen ohne Zeugnisse unterwegs. Wir müssen erst einmal wissen, was sie überhaupt können und wo es Nachholbedarf gibt. Dazu muss an der Verbesserung der Sprachkenntnisse gearbeitet werden", sagt Lothar Winter. Er macht deutlich, dass die Dinge, die hierzulande in drei oder dreieinhalb Jahren in einer dualen Ausbildung vermittelt werden, nicht im Eilzugtempo in den Köpfen landen. Wenn allerdings die entsprechenden Förderprogramme geschnürt werden können, sieht Lothar Winter durchaus die Chance zur beruflichen Integration. "Vor allem im Baunebengewerbe sowie Bäcker und Fleischer suchen oftmals händeringend nach Personal", sagt der Kreishandwerkermeister.