Barrierefreiheit als Chance

Tourismustag Behinderte sehen Verbesserungsbedarf bei Bus-Beförderung

Egal ob in Hotels, Restaurants oder Museen - vielerorts können mittlerweile auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, die Angebote nutzen. Zu dieser Einschätzung kommt Uwe Adamczyk. Der Rollstuhlfahrer aus Zwickau ist Mitglied im Landesvorstand des VdK-Sozialverbandes. Er macht aber auch deutlich: "Im ländlichen Bereich fühle ich mich persönlich oftmals immer noch diskriminiert, weil es für Rollstuhlfahrer nur wenige Möglichkeiten zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs gibt."

Uwe Adamczyk hat am Mittwoch die Vorträge zum vierten Tourismustag des Landkreises Zwickau in der Sachsenlandhalle in Glauchau verfolgt. Die Veranstaltung stand unter dem Thema "Barrierefreier Tourismus - Tourismus für alle". Der Schwerpunkt wurde bewusst gewählt, weil durch den demografischen Wandel auch die Anzahl der Reisenden, die älter sind oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, in den nächsten Jahren weiter wächst.

Wie können sich Ausflugsziele auf die neue Zielgruppe einstellen? "Eine ganz wichtige Rolle spielt die Information", sagt Kai Pagenkopf, Inhaber eines Consulting-Büros in Münster. Er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Barrierefreiheit im Tourismus. "Die Leute müssen im Vorfeld wissen, welche Angebote mit einem Rollstuhl nutzbar sind oder ob sich eine Route für den Kinderwagen eignet", fordert Pagenkopf, der zudem auf die Aufgabe für das Personal im Servicebereich hinweist. Die Beschäftigten müssten genau wissen, welche Bedürfnisse es von behinderten Menschen gibt.