Behörde sucht neues Personal

Flüchtlingskrise Landkreis erwartet nächstes Jahr 10.000 Asylbewerber

Im nächsten Jahr wird im Landkreis Zwickau mit der Ankunft von rund 10.000 Flüchtlingen gerechnet. Diese Zahl hat Landrat Christoph Scheurer (CDU) am Mittwochnachmittag zur Sitzung des Kreistages mitgeteilt. Aus diesem Grund läuft nicht nur die Suche nach neuen Unterkünften. Die Kreisverwaltung braucht auch zusätzliches Personal, um den Ansturm bewältigen zu können. Der Kreistag hat - mit 79-Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen - grünes Licht für die Schaffung von neuen Stellen gegeben. In den nächsten Monaten sollen sukzessive bis zu 79 Mitarbeiter eingestellt werden. "Wir brauchen die Verstärkung. Ansonsten sind wir an manchen Stellen nicht mehr handlungsfähig", verwies Christoph Scheurer auf die schwierige Situation in seiner Behörde. Der Landkreis Zwickau will dabei das Sozialamt mit 36 Mitarbeitern und Ordnungsamt/Ausländerbehörde mit 30 Mitarbeitern aufstocken. Zudem wird ein Bauingenieur für das zentrale Immobilienmanagement gesucht - die Begutachtung von Gebäuden, die als Flüchtlingsunterkunft in Frage kommen, nimmt viel Zeit in Anspruch.

Gegen den Vorschlag, neue Arbeitsplätze zu schaffen, sprachen sich die Abgeordneten von AfD und NPD aus. Martin Schöpf (AfD) forderte, dass der Bedarf vor allem aus den eigenen Reihen gedeckt werden soll. "Das ist schon passiert. Wir können aber nicht die Arbeit von der Kfz-Zulassungsstelle bis zur unteren Wasserbehörde einschränken", erteilte Christoph Scheurer dem Ansinnen eine Absage. Schöpf gab zudem zu bedenken, dass sich die Suche nach Fachleuten beim Angebot von befristeten Stellen schwierig gestalten wird. Dem widersprach der Landrat mit Verweis auf die jüngsten Stellenausschreibungen. Scheurer: "Im Oktober hatten wir mehr als 500 Bewerbungen auf 15 Stellen."