Bei Kirchen-Sanierung Grüfte entdeckt

Bauarbeiten Fertiger neuer Chorraum in Mittweida eingeweiht

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Mit einem Einweihungsgottesdienst sowie Gemeindefest wurde der Abschluss der Sanierungsarbeiten am Chorraum der Stadtkirche in Mittweida gefeiert. Foto: Andrea Funke

Mittweida. Die Bauarbeiten an der Stadtkirche beliefen sich auf rund 500.000 Euro, 15 Prozent übernahm die Kirche, der Rest sind Fördergelder vom Denkmalschutz und der Stadt Mittweida. Am Sonntag wurde nun der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der umgestalteten Chorfassade mit einem Einweihungsgottesdienst gefeiert. "Wir danken allen, die mitgeholfen haben bei der Sanierung. Es war ja fast jedes Gewerk vertreten, angefangen von den Archäologen tief unten bis hoch hinauf zu den Dachdeckern", sagte der amtierende Pfarrer Arndt Sander.

Maria Görlitz vom Kirchenvorstand kann jetzt erst einmal aufatmen, ihr oblag die Überwachung der Bauarbeiten. Sie verweist unter anderen auch auf die Neugestaltung des Südeingangs am Friedhof. Die vorhandene Mauer drückte auf das Fundament, das musste in Ordnung gebracht werden. Jetzt ist auf eine kleine Sockelmauer ein Eisengitter montiert worden.

Bei Sanierung auf Grüfte gestoßen

Bei der Trockenlegung des Fundamentes waren die Arbeiter auf alte Grüfte gestoßen, die in Vergessenheit geraten waren, wie Rudolf Gehre vom Heimat- und Geschichtsverein aus alten Kirchenakten herausgefunden hatte. "Die zwei Grüfte sind aus dem Jahre 1730. Ich beschäftige mich auch mit weiteren 23 Begräbnisstätten, die es hier gibt", erklärt der Heimatforscher. Nur wohlhabende Bürger konnten sich eine Gruft leisten. Darunter befanden sich zehn ehemalige Bürgermeister von Mittweida. Pfarrer Facilides hat 1777 alles akribisch niedergeschrieben. Bei der großen Kirchensanierung 1887/88 wurden einige Überbauten über den Grüften entfernt, deshalb vermutete man an diesen Stellen keine Grüfte mehr. Die wertvollen Grabbeigaben, Sargbeschläge, Totenkronen und Knochen werden genau untersucht und dann restauriert. Geplant ist eine zeitweise Ausstellung im Museum "Alte Pfarrhäuser". Derweil sind bereits Sanierungsarbeiten an der Orgel angelaufen.

Der erste Bauabschnitt mit der Reparatur der elektronischen Bypass Technik ist erledigt. Auch die Begasung des Spieltisches gegen Holzwurmbefall ist erfolgt. "Noch bis Ende des Jahres werden die Orgelpfeifen und Windladen durch die Orgelbaufirma Eule ausgebaut und saniert. Die Spezialisten haben bisher auch die Wartung an der Ladegast-Jehmlich Orgel erledigt.