Bergleute ziehen zum Gottesdienst

Geschichte Erinnerung an das Ende des Silberbergbaus

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Die Bergleute und Landrat Matthias Damm auf dem Weg zur Falkenauer Kirche. Foto: Ulli Schubert

Falkenau. Sonntagmorgen. Im eben noch verschlafen daliegenden Dorf marschieren die Mitglieder des Bergbauvereins "Reicher Segen Gottes" aus Sachsenburg im festlichen Berghabit auf. Vor ihnen in schmuckloserer Tracht drei Kumpel aus Kupferberg, den tschechischen Medenec, und Mittelsachsens Landrat Matthias Damm, der mit seiner Kleidung ebenfalls zeigt, dass er Chef der Verwaltung eines Kreises mit langer Bergbautradition ist.

Erster Berggottesdienst seit 175 Jahren

Als das Läuten der Kirchenglocken verklingt, hebt der Posaunenchor zu seinem Spiel an. Der Zug setzt sich vom Grubenhunt aus in Bewegung. Der Berggottesdienst in Falkenau, gemeinsam von der Kirchgemeinde und dem Heimatverein organisiert, nimmt seinen Anfang. Es ist der erste Berggottesdienst nach der Abkehr vom Silberbergbau vor 175 Jahren. In den Jahrhunderten davor werden die Bergleuten Gottes Segen alltäglich erbeten haben für die schwere Arbeit in den Gruben und Stollen.

Zwischen 1562 und 1842 ist der Bergbau in Falkenau belegt, so Heimatforscher Mike Glöckner, der zu den Initiatoren und Organisatoren des Berggottesdienstes gehört. So wie er auch das Schweden-Biwak am kommenden Wochenende mit vorbereitet, das an den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 erinnert.