Besucher ermitteln: Mordfall in der Terra Mineralia

Ausstellung Schloss Freiberg ist auf den Spuren der Seltenen Erden

Tatortbegehung: Anna Dziwetzki (l.) mit Sylvia Krause, der Darstellerin der ermordeten Professorin. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Ein Mord ist geschehen. Wahrlich keine schöne Sache, wenn es tatsächlich passiert, doch etwas anderes ist es, liest oder spielt man es nur. Ein wenig auf den Spuren von Agatha Christie können vom 12. April bis 27. August 2017 die Besucher der Mineralienausstellung "terra mineralia" im Freiberger Schloss Freudenstein wandeln, denn mit "CSI Freiberg" wurde am Mittwoch dieser Woche eine Sonderausstellung der ganz speziellen Art eröffnet.

Die etwas andere Ausstellung, bei der Besucher einen Mörder suchen

Alles beginnt, wie schon gesagt, mit einem Mord, nämlich dem an der Professorin Kathrin Berg, welche auf einer Pressekonferenz von den sensationellen Ergebnissen ihrer Forschungsreise nach Madagaskar berichten möchte. Doch bevor sie das kann, landet sie unsanft ein paar Etagen tiefer mitten in der Ausstellung. Von nun an beginnt für den Besucher-Detektiv eine Spurensuche von Station zu Station.

Im Mittelpunkt dabei die Seltenen Erden. "Diese machen für sich genommen erst einmal nicht so viel Eindruck", sagt Anna Dziwetzki, Leiterin der terra mineralia. "Sie sind eher unscheinbar und würden neben all den prachtvollen Schönheiten in unserer Ausstellung untergehen." Doch sind sie gleichsam kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Ob in Autos, Windkraftanlagen, Computern oder den über alles geliebten Smartphones, überall kommen sie zum Einsatz, machen die Funktionen erst möglich. "Deshalb, um ihnen den gebührenden Platz zu geben, haben wir uns zu dieser Ausstellung entschlossen", so Dziwetzki.

Mehrere Stationen vermitteln Wissen über die Seltene Erde

Im 5. Obergeschoss beginnen die Ermittlungen, für die jeder Besucher Stift und Block erhält, mit denen er sich durch die einzelnen Stationen arbeitet, immer auf der Suche nach dem Täter. Mehrere Verdächtige stehen dabei zur Auswahl, und die Lösung soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden. Laiendarsteller haben für die einzelnen Mitwirkenden Modell gestanden, so Sylvia Krause für Kathrin Berg oder Bernd Baumgärtel für Michael Liebherr, ihren Lebensgefährten, der auch ein Motiv gehabt hat.

Dass jede Station viel Wissenswertes über Seltene Erden vermittelt, ist dabei der beabsichtigte und wesentliche Nebeneffekt. Und es macht außerdem noch sehr viel Spaß, und zwar für alle Generationen, denn für Kinder sind ganz spezielle eigene Stationen eingerichtet. So ist man auf jeden Fall noch nie durch die terra mineralia gegangen.