Betagte Glasperlen werden untersucht

Forschung Historische Wandbespannung aus Arnstadt in Freiberg eingetroffen

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Antje Vanhoefen, Direktorin des Schlossmuseums Arnstadt (Mitte), übergibt die Bahn an Professor Gerhard Heide, Direktor der Geowissenschaftlichen Sammlungen, und Yamna Ramdani. Sie wird sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit den Glasperlen beschäftigen. Foto: Stefanie Horn

Freiberg. Für Forschungszwecke verleiht das Schlossmuseum Arnstadt eine rund drei Meter lange und 50 Zentimeter breite Bahn der Wandbespannung des sogenannten Schmelzzimmers an die Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg. An der am Dienstag eingetroffenen Bahn untersucht das Institut für Mineralogie die materialtechnische Zusammensetzung der angebrachten Glasperlen.

Die Perlen werden genau unter die Lupe genommen

Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, aus welchem Glas die Stabperlen aus dem 18. Jahrhundert bestehen, woher das verwendete Material stammt und welche Technologien zur Herstellung eingesetzt wurden. Erste computertomografische Aufnahmen ermöglichen bereits Aussagen über die geometrische Beschaffenheit der Perlen und die Glasqualität.

Mit ihren Untersuchungen unterstützt das Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg das Schlossmuseum Arnstadt als Projektpartner bei der Entwicklung eines Konzepts zur Digitalisierung der einzigartigen Wandpaneele im Roten Schmelzzimmer. Dieses entstand im 18. Jahrhundert und diente wahrscheinlich als Audienzzimmer.

Solch eine Wandbespannung ist selten

Die original erhaltenen Wandbespannungen sind Zeitzeugen der exklusiven Ausstattungsmode des europäischen Hochadels. Weltweit sind nur fünf weitere Wandbespannungen dieser Art bekannt - das "Strohzimmer" im Fasanenschlösschen bei Moritzburg, im Prunkschlafzimmer des Erbprinzen von Baden-Baden in Schloss Favorite bei Rastatt, im Glasperlenkabinett des Chinesischen Schlosses in Oranienbaum bei St. Petersburg sowie in der Löwenburg bei Kassel und Waddesdon Manor in England.