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Westsachsen

Bis die Orgel wieder glänzt

Projekt 5.115 Orgelpfeifen werden in Mittweida nach Überholung wieder eingebaut

Mittweida. 

Mittweida. In der Stadtkirche wird gehämmert und geputzt. Gleich zwei Sanierungen laufen: Der Altar ist eingerüstet und erhält eine Restaurierung. Und von der imposanten Ladegast-Jehmlich Orgel, immerhin die größte Orgel Mittelsachsens und siebtgrößte Sachsens, sieht man zurzeit nur Einzelteile. Grund ist die Generalreinigung seit Dezember 2017. Die letzte gründliche Reinigung liegt circa 50 Jahre zurück. Bisher wurden alle 5.115 Pfeifen durch die Orgelbaufirma Eule ausgebaut, gelagert und repariert. Seit mehreren Wochen sind bis zu 15 ehrenamtliche Helfer dabei, jede einzelne Pfeife zu reinigen. "Wir schaffen damit einen 14-tägigen Vorlauf, sodass der Einbau der Pfeifen parallel zur Reinigung erfolgen kann", erklärt Christian Schulz, Vorsitzender des Orgelvereins und Professor an der Hochschule.

Auch die Hochschule ist präsent

Es gibt gemeinsam mit der Orgelbaufirma Eule ein Forschungsprojekt zur elektronischen Ansteuerung der Magnetventile in der Kirchenorgel. Es wurde ein elektronischer Bypass entwickelt. Der Einbau der großen Basspfeifen hat begonnen. "Das ist wieder ein großer Kraftakt, denn eine Pfeife muss von mehreren Helfern transportiert werden", berichtet Schulz, der darüber hinaus feststellt, dass die Arbeiten gut im Zeitplan liegen. Davon konnten sich auch die Besucher letzte Woche in der Pause bei der Miskus-Veranstaltung "Nacht der erleuchteten Kirche" überzeugen. Viele nutzten die Gelegenheit, um bei einem Rundgang die Orgel in Augenschein zu nehmen.

Zu Buß- und Bettag wird sie eingeweiht

Kantorin Christiane Sander ist auch oft auf der oberen Empore bei den ausgebauten Pfeifen anzutreffen. Parallel zum registerweisen Einbau beginnt auch die Nachintonierung, also die Anpassung des Klangcharakters der ersten Pfeifen. Dazu brauchen die Orgelbauer Zeit und Ruhe. Die Sanierung wird mit der Generalstimmung abgeschlossen. Am Buß- und Bettag erfolgt dann 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst und Orgelkonzert die Wiedereinweihung der Orgel. Seit März wurde die leere Orgelkammer baulich und akustisch saniert. Dabei entdeckte man auch eine hinter den Pfeifen versteckte und nicht verschlossene Tür. Diese wurde nun zugemauert.



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