Blinder Läufer am Start dabei

Herbstlauf Organisatoren erwarten rund 2.000 Teilnehmer

Premiere für Dominik Schubert: Der 25-jährige Mann, der seit seiner Geburt blind ist, kann am morgigen Sonntag erstmals am Herbstlauf teilnehmen. Er wird die 10-Kilometer-Strecke in Angriff nehmen. Der Start von Dominik Schubert ist durch die Unterstützung von Swen Heymer, der als Begleitläufer unterwegs ist, möglich. Das Duo peilt für die Runde, die bis zum Gründelpark und zum Stausee führt, eine Zeit unter 70 Minuten an. "Für uns zählen der Spaß und das Mitmachen. Die Platzierung ist erst einmal zweitrangig", erzählt Dominik Schubert, der im Kreiskrankenhaus arbeitet und dort als Schreibkraft die Berichte, die Mediziner auf Tonband sprechen, in den Computer tippt. Für Swen Heymer steht schon fest: "Wir werden auf jeden Fall nicht auf dem letzten Platz landen."

Seit vier Wochen absolvieren Dominik Schubert und Swen Heymer ein gemeinsames Trainingsprogramm. Sie haben an der Kondition und an der Abstimmung gearbeitet. Ein 50-Zentimeter-Band stellt die Verbindung zwischen sehendem und blindem Läufer her. "Die Absprachen klappen schon ausgezeichnet", sagt Dominik Schubert, der trotz der fehlenden Sehkraft als "Sportskanone" gilt: Er war früher im Schwimmverein in Chemnitz und startet gemeinsam mit seinem Vater zu Radtouren auf dem Tandem. Dreimal pro Woche schnürten Dominik Schubert und Swen Heymer gemeinsam die Laufschuhe. Die Trainingsstrecke führte zweimal pro Woche durch das Naturschutzgebiet am Rümpfwald. Einmal pro Woche ging es an den Stausee.

Zum ersten Mal beim Herbstlauf dabei sein, wird Manuela Quaas aus Glauchau. Die 24-Jährige arbeitet in der Werkstatt für behinderte Menschen "Lebensbrücke" des Diakoniewerkes Westsachsen in Glauchau und gehört zu einer größeren Gruppe von Sportlern, die im Rahmen der "Special Olympics"-Bewegung für Sportler mit geistigen Behinderungen beim Herbstlauf an den Start gehen werden. "Für mich zählt es, dabei zu sein. Die Zeit ist nicht wichtig", erzählt die Glauchauerin, die auch in der Werkstattmannschaft Handball spielt und zudem gern Rad fährt. Beim Herbstlauf wird sie über die Strecke von 3,2 Kilometern an den Start gehen. Dank einiger Laufwettbewerbe in anderen Orten bringt Manuela Quaas dabei zumindest eine kleine Portion Lauferfahrung mit.