Botschafter für das Erzgebirge

Lehre Interessenten für die Verbundausbildung in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule gesucht

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Landrat Matthias Damm schaut sich die großen Räuchermänner genau an. Im Hintergrund der Erste Beigeordnete Lothar Beier, Bürgermeister Steffen Schneider und Geschäftsführer Gundolf Berger (v. l.) Foto: Ulli Schubert

Gahlenz. Während die Weihnachtsmänner und Osterhasen, die sonst vor der Firma Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz stehen, einer dringend notwendigen Erneuerungskur unterzogen werden, sind in den Werkstätten zwei neue Großfiguren entstanden. Einer der traditionellen Räuchermänner wird den Weg über den großen Teich nach Amerika antreten.

Das Gahlenzer Unternehmen ist mit seinen Großfiguren bis nach Japan bekannt und damit quasi ein Botschafter des Erzgebirges. Rund 700 eigene Produkte umfasst der Katalog. Die Besonderheit ist dabei die Breite des Angebots, das von zahlreichen Einflüssen und nicht von einer Handschrift geprägt sei, erläuterte jüngst Geschäftsführer Gundolf Berger bei einem Besuch von Landrat Matthias Damm.

In Gahlenz werden neue Designs oft im Zusammenwirken mit langjährigen Mitarbeitern entwickelt. Ein Riesenproblem sei in seiner Branche, wie in anderen allerdings auch, die Nachwuchsgewinnung. Gundolf Berger bemängelte, dass in den Schulen kaum noch Wert auf die Entwicklung motorischer Fähigkeiten gelegt werde. Auch Schnitzkurse, die vor Jahrzehnten noch Usus waren, gäbe es kaum noch. "Im Übrigen sind wir froh, wenn wir heute sechs, sieben neue Lehrlinge im Jahr gewinnen können", so der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller.

Die künftigen Holzspielzeugmacher und Drechsler durchlaufen in der dualen Ausbildung eine sogenannte Verbundausbildung in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen. Dort gibt es auch Testtage, bei denen die jungen Leute feststellen können, ob dieser Beruf ihnen zusagt.