Brandneu: Biebersteiner Glocken-Trio wieder komplett

Projekt Hilliger-Verein in Freiberg zeigt sich zufrieden

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Klangprobe bestanden: Robert Hesse gibt den Ton an. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Groß, schwer und mächtig hängen die drei Glocken auf dem Hof des Sächsischen Metallwerkes Freiberg. Zwei von ihnen sind nagelneu, die dritte weit über 500 Jahre alt, und dennoch gehören sie von nun an zusammen, werden wohl nur durch sehr ungünstige Zeitläufe wieder voneinander zu trennen sein.

Die älteste und zugleich mittelste Glocke stammt aus der Glockengießerwerkstatt von Nicol Hilliger, gegossen 1475. Sie blieb als einzige vom einst prächtigen Geläut der Biebersteiner Kirche übrig, nachdem ihre beiden Geschwister im Krieg eingeschmolzen wurden. Im Januar und im März 2017 wurden die beiden neuen gegossen, nach Vorbildern anderer Hilliger-Glocken. Zum ersten Mal nun wurden alle drei gemeinsam am Donnerstag dieser Woche vom Hilliger-Verein, der hinter all dem steht, der Öffentlichkeit präsentiert.

Norbert Hesse, Glockenbeauftragter der Regionalkirchen Dresden, nahm dabei eine Klangprobe vor, die hervorragend verlief. Die Vereinsmitglieder und die Vertreter der Biebersteiner Gemeinde zeigten sich zufrieden. Vor allem die große Glocke verursachte Freude, war doch ein erster Versuch, sie zu gießen, im Februar misslungen. Doch aus Fehlern lernt man, und so unternahm man einen zweiten Anlauf, der überraschend reibungslos verlief.

Am Ostermontag gehts los

"Am Ostermontag werden die Glocken nach Bieberstein geholt", erzählt Joachim Haupt vom Verein, der auch für die Rippen der Neugüsse verantwortlich ist. Das soll vermutlich auf althergebrachte Weise mit einem Pferdefuhrwerk geschehen. In den Tagen danach kommen die Glocken an ihren vorgesehenen Platz oben auf dem Kirchturm. Und Pfingsten erklingen sie zum ersten Mal wieder so, wie man es nun schon jahrzehntelang nicht mehr in Bieberstein hörte.

Der Hilliger-Verein wird dann natürlich nicht fehlen. Den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten beging man aber schon in dieser Woche mit der Klangprobe und einem Besuch der beiden Firmen, die maßgeblichen Anteil am Gelingen hatten, nämlich zum einen das Sächsische Metallwerk Freiberg, zum anderen das Unternehmen Direkt Form im Gewerbegebiet Freiberg Ost.

Unterstützt wurde das Ganze auch durch die Sparkasse Mittelsachsen und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. Was nach dem Bieberstein-Projekt kommt, ist noch nicht heraus. Dass die "Hilligers" in ihrer Arbeit nachlassen werden, ist aber glücklicherweise nicht zu erwarten.