Bürger fordern Mitsprache

Asyl Friedliche Demonstrationen in Auerswalde und Frankenberg

Am letzten Freitag trafen sich zum 2. Mal zirka 750 Menschen am leerstehenden Penny-Einkaufsmarkt im Lichtenauer Ortsteil Auerswalde zu einer Protestkundgebung. Die Bürgerinitiative um Organisator Michael Müller will ihrer Forderung Nachdruck verleihen. "Keine Kriegsflüchtlinge, keine Familien in Massenunterkünften! Unsere solidarische Hilfe und Zuwendung gilt ausschließlich den Familien aus Kriegsgebieten" so steht es in einem Brief an Bürgermeister Andreas Graf. Außerdem erhielt der Bürgermeister, der selbst auch auf der Kundgebung sprach, einen Fragekatalog für die nächste friedliche Zusammenkunft am Freitag, 30. November. "Ich habe die Bedenken an das Landratsamt weitergeleitet. Bisher sei noch kein Vertrag mit dem Eigentümer des Pennymarktes zustande gekommen", erklärte Graf und verwies auf die Renovierung von kommunalen Wohnungen in der Gemeinde.

In Frankenberg versammelten sich am Sonntagabend mehr als 200 Bürger vor dem Rathaus zu einer absolut friedlichen Kundgebung ohne jegliche Hasstiraden oder ähnliches. Mitveranstalter Frank Urbanek forderte mehr Demokratie in der Stadt. "Wir wollen erreichen, dass der Stadtrat eine Entscheidung trifft und die Bürger befragt werden, wie sie zur Unterbringung von Asylbewerbern stehen." Bis Sonntag seien rund 650 Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammengekommen. Bürgermeister Thomas Firmenich betonte am Rande der Veranstaltung gegenüber dem BLICK erneut, dass für einen Bürgerentscheid der gesetzliche Rahmen fehle. Im Übrigen sehe er Anzeichen, dass aufgrund der Gegebenheiten die geplante Erstaufnahme in Frankenberg mit weniger als den geplanten 400 Asylbewerbern besetzt werde. Nach der Kundgebung gab es erstmals einen Spaziergang der Demonstranten durch die Stadt. afu/su