Bürger wollen dezentralenWeg

Asyl Gewerbegebiet Wiederau erhält ein Zelt mit Platz für 100 Menschen

Über 200 Menschen waren zur Einwohnerversammlung der Gemeinde Königshain-Wiederau in die Turnhalle Wiederau am Dienstagabend gekommen. Im Vorfeld wurde bereits ein Fragekatalog zusammengestellt.

So konnte sich Mittelsachsens Asylbeauftragter Dieter Steinert darauf vorbereiten. "Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 3. Dezember gab es ein großes Durcheinander, sodass ich dafür plädierte, Fragen zu sammeln. Auch habe ich eine Webseite im Internet erstellt", erklärt der Wiederauer Mike Dietze, der die Bürgerversammlung moderierte.

Auf einer Unterschriftenliste trugen sich 376 Bürger ein und brachten zum Ausdruck, dass in der Gemeinde Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt würden, jedoch eine Gemeinschaftsunterkunft von zirka 100 Asylsuchenden abgelehnt wird.

Mit dem Aufbau einer Notunterkunft wurde inzwischen begonnen. In einer Presseerklärung des Landratsamtes heißt es dazu: "Noch in dieser Woche wird im Gewerbegebiet eine Leichtbauhalle, ein Zelt sowie mehrere Container zur Unterbringung von bis zu 100 Asylsuchenden aufgebaut, eine Belegung ist zunächst mit 60 Asylsuchenden vorgesehen. Da sich der Gemeinderat gegen die Nutzung des Areals aussprach, wurde ein Bescheid zur Herausgabe des Grundstückes erlassen."

Steinert sagte dazu, dass das Landratsamt zu diesen Mittel greifen musste, da Unterkünfte dringend benötigt würden. Wie viele Menschen, wann und vor allem aus welchen Ländern kommen, konnte er nicht benennen. Auch die Fragen zur Sicherheit der Bürger sowie der Einrichtungen insbesondere des Kindergartens, der Schule und dem Pflegeheim blieben weitestgehend offen. Für viele Einwohner ist es fragwürdig warum in dem 1000 Einwohner zählenden Ort mit schwacher Infrastruktur 100 Asylsuchende untergebracht werden und in umliegenden Städten weit weniger bis gar keine.

Eine Frau regte an, einen Arbeitskreis zu bilden, wo Kräfte gebündelt werden, die Hilfe zur Integration anbieten. Laut Bürgermeister Johannes Voigt liegt die Bereitschaft von zirka 30 Bürgern vor.

Zahlen vom Landratsamt:

In Wohnprojekten (Döbeln, Frankenberg, Waldheim und Hainichen) sind bislang 195 Menschen untergebracht. In 13 Gemeinschaftsunterkünften darunter Rochlitz mit 42, Lunzenau mit 46, sind bis jetzt 2118 Asylsuchende eingezogen. Die Kapazität liegt insgesamt bei 2259 Plätzen.