Buntes Treiben hält inne

Gedenken Jahresbilanz: Christmarkt setzt ein Zeichen

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Knut Neumann läutete zwölf Mal die Glocke der Bergmannsbaude im Gedenken an die zwölf Opfer von Berlin. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Mit einem Mal ist alles etwas anders geworden. Der schreckliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin hat einen Schatten auf die Adventszeit geworfen und es herrscht Trauer im Land. "Es ist erschreckend, wie nah uns der Terror kommen kann", sagt dazu Mittelsachsens Landrat Matthias Damm. "Ich bin sehr betroffen von dem Geschehen und hoffe auf eine schnelle Aufklärung." Es sei befremdlich, ansehen zu müssen, wie nun Christ- bzw. Weihnachtsmärkte mittels schwerbewaffneter Polizei und durch Betonklötzen gesichert werden. "Daran kann man sich nur sehr schwer gewöhnen." Auf dem Freiberger Christmarkt ging zwar das Leben in dieser Woche weiter, doch wollte man nicht einfach so wortlos zur Tagesordnung übergehen. Am Dienstag, den 20. Dezember 2016 setzte man ein Zeichen gegen Gewalt und gedachte gemeinsam der Opfer. Oberbürgermeister Sven Krüger trat kurz vor 17 Uhr auf die Bühne des Christmarktes und hielt eine kurze, aber eindringliche Ansprache, in welcher er an alle Anwesenden den Appell richtete, die Demokratie nicht der Zerstörung zu überlassen. Er brachte seine Erschütterung über den feigen Anschlag zum Ausdruck und rief dazu auf, sich den Wert der Weihnacht, der aus Liebe und Versöhnung bestehe, zu bewahren. Die Stadtverwaltung wolle als Konsequenz aus den Geschehnissen ihr Sicherheitskonzept für den Christmarkt und andere Großveranstaltungen in der Stadt noch einmal überprüfen. In die Schweigeminute, der sich die meisten Christmarktbesucher anschlossen, ertönten zwölf Glockenschläge aus dem Turm der Bergmannsbaude. Knut Neumann, Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft, schlug für jedes Opfer einmal. "Man möchte so gerne sagen, wie einem zumute ist", meinte er. "Aber dieser schreckliche Vorfall macht einen nur noch sprachlos."