Burgherr Wippert verlässt Kriebstein

Verabschiedung Zahlreiche Gäste verabschieden den Burgleiter nach 37 Jahren

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Die Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler überreichte Bernd Wippert zum Abschied ein Gemälde der Burg Kriebstein. Foto: Dennis Heldt

Kriebstein. "Was Herr Wippert hier geschaffen hat und hinterlässt ist keine Ära, es ist eine ganze Epoche", meinte Christian Striefler, Geschäftsführer des "Schlösserland Sachsen" am Ende seiner Laudatio für den scheidenden Burgleiter Bernd Wippert. Seit 37 Jahren verwaltet der 65-jährige Freyburger die Burg Kriebstein, 2013 kam auch noch die Burg Mildenstein in Leisnig hinzu. Ende des Monats geht er in den Ruhestand. "Wenn ich alles aufliste, was Bernd Wippert in diesen 37 Jahren geleistet und erreicht hat, würde meine Rede in die Nacht hinein ausschweifen", so Striefler.

Dennoch würdigte der Geschäftsführer das unvergleichliche Engagement des Burgvogts, der eigentlich Biologie studierte. Es war die Faszination für Burgen, Schlösser und das Ritterleben, die Wippert 1980 nach Kriebstein brachte. Aus einer einsturzgefährdeten, maroden Anlage formte er die heute "schönste Ritterburg Sachsens", sein Lebenswerk.

Außergewöhnliches Engagement

Doch Bernd Wippert ist nicht nur der Retter der Burg Kriebstein, er war auch ein Schatzsucher: Besonders spektakulär war der Fund von Gold- und Silbergefäßen und zahlreichen wertvollen Büchern und Gemälden im Kamin der Burg im Rahmen von Bau- und Sanierungsarbeiten im Sommer 1986. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um im Zweiten Weltkrieg versteckte Kunstwerke handelt, eine Sensation.

In der jüngeren Vergangenheit setzte sich Wippert vor allem für den Erhalt der Kultur in der Region ein. Der größte Kampf war dabei der gegen das Bauvorhaben der geplanten Zschopautalbrücke 2007. Als Mitglied einer Bürgerinitiative machte er sich gegen die Planungen stark. Und auch wenn ab dem 1. April offiziell Schluss ist, gänzlich zurückziehen möchte sich Bernd Wippert nicht: "Mir wird auch in Zukunft nicht die Decke auf den Kopf fallen, ich bleibe dem Burg-Freundeskreis ehrenamtlich erhalten. Dennoch freue ich mich, auch mehr Zeit mit meinen Enkelkindern zu verbringen", so der scheidende Burgleiter.

Sein Amt übernimmt ab kommenden Monat Susanne Tiesler. Die bisherige Marketingverantwortliche kennt die Burg Kriebstein bereits seit 12 Jahren und wird auch die Leitung von Burg Mildenstein übernehmen.