Burgstädt: Christophorushaus in schlechtem Zustand

Sanierung Verein setzt auf Unterstützung regionaler Unternehmen

Burgstädt. 

Burgstädt. Allgemein bekannt und aus dem Stadtbild nicht wegzudenken ist eine 1903 erbaute Jugendstilvilla am Ahnataler Platz in Burgstädt. Seit einigen Jahren hat hier ein freies Familienzentrum seinen Sitz. Der Verein Christophorushaus e. V. hat in dem Gebäude neben einer Töpferwerkstatt und einem Gib- und Nimm-Laden auch eine gut besuchte Musikschule eingerichtet.

 

Schlechter Zustand

Doch um genau diese Bildungseinrichtung steht es nun schlecht. Derzeit bereitet im Treppenhaus, das als Warteraum für die Musikschule genutzt wird, ein defektes Fenster Kopfzerbrechen. "Gerade jetzt mit Beginn der kalten Jahreszeit wirkt sich das empfindlich auf die Innentemperaturen aus", sagt Vereinsvorsitzende Lolita Erhard. Das Fensterglas sei vor einigen Jahren beim Putzen zerbrochen. Das eigentliche Problem ist aber nicht das defekte Glas, sondern das alte Fenster als solches, das komplett ausgetauscht werden müsse, ergänzt sie. Es handele sich dabei um ein nur einfach verglastes Fenster aus der Bauzeit des Hauses, welches kaum Schutz gegen tiefe Temperaturen und Witterung bietet. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, könne man es nicht einfach erneuern, sondern sei an kostenintensive Vorgaben gebunden. "Uns liegt bereits ein vergleichsweise günstiges Angebot eines ortsansässigen Handwerkers vor. Die veranschlagten Kosten von 3200 Euro übersteigen aber trotzdem unsere Möglichkeiten", ergänzt Erhard.

Umzug in alte Stadtvilla

2015 war der Verein in das Haus am Ahnataler Platz gezogen. Nachdem im alten Domizil an der Chemnitzer Straße die Mietkosten zu hoch wurden, habe man die Villa im Stadtzentrum gekauft. Damals sei das benötigte Geld über ein Fundraising-Projekt gesammelt worden, so Erhard. Der Begriff stammt aus den USA und beschreibt die Beschaffung von Geld- und Sachmitteln. Für die Erneuerung der defekten Fenster sei so etwas aber nicht geeignet, da solche Spendenaufrufe bundesweit durchgeführt würden. Die Erfahrung habe gezeigt, dass überregionale Geldgeber kein Interesse an solchen kleinen Projekten zeigen, die dazu noch weit von ihnen entfernt angesiedelt seien, sagt die 54-Jährige. Viel mehr setze sie auf die Unterstützung der Burgstädter Bürger.

 

Unterstützung von regionaler Unternehmen

"Die Leute hier legen sehr viel Wert darauf, dass es dieses Haus gibt", sagt die Vereinschefin und betont, dass bereits in sozialen Netzwerken, wie etwa dem Nachrichtendienst Whatsapp, um Spenden geworben werde. Auch auf die Hilfe Burgstädter Unternehmen könne man zählen. So habe in der Vergangenheit bereits die Volksbank Gelder für die Instandsetzung defekter Fenster zur Verfügung gestellt. Geld- und Sachspenden erhalte man zudem regelmäßig von Unterstützern des Vereins. "Beispielsweise bekommen wir immer wieder Feuerholz geschenkt, das wir für unsere Ofenheizung dringend benötigen. Gerade nach den Wochenenden, nach denen das Haus bis zu vier Tage leer gestanden hat, sind größere Mengen erforderlich", berichtet Lolita Erhard. Nun zähle man aber zusätzlich insbesondere auf finanzielle Zuwendungen, um das Fenster schnellstmöglich austauschen lassen zu können. Der Verein Christophorushaus e. V. finanziert sich vor allem aus Spenden und aus Einnahmen der Töpferwerkstatt. Ziele seien ein soziales Miteinander und, nach Worten des Vorstands, der "Trotz gegen die Wegwerfgesellschaft".

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