Burgstädts Geschichte über unbekannte Apfelsorten

Feier Burgstädter Rennette wird zum Hoffnungsbaum

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Im Lutherjahr pflanzte die Kirchgemeinde im Kindergarten Erlau einen Hoffnungsbaum Burgstädter Renette. Foto: Andrea Funke/Archiv

Burgstädt. Der Apfel ist eines der gesündesten Lebensmittel und das Lieblingsobst der Deutschen. Am 11. Januar ist ihm ein Aktionstag gewidmet, der für die Bewahrung der einheimischen Apfelsorten wirbt.

Hoffnungsbaum Burgstädter Rennette

Für die Erhaltung einer alten Apfelbaumsorte setzte sich auch Catrin Just von der Kirchgemeinde Burgstädt ein. Sie war die Initiatorin des Projektes "Hoffnungsbaum Burgstädter Rennette". Obwohl ihr Ziel, 500 Bäumchen bis zum Reformationsfest 2017 zu pflanzen, nicht erreicht wurde, ist sie über 185 Bäume froh, die zum Erhalt der Spätherbstsorte beitragen.

Diplomgärtner Werner Schuricht entdeckte 1950 im Obstgarten seines Großvaters in Burgstädt-Herrenhaide in der Krone eines etwa 30 Jahre alten Apfelbaumes der Sorte "Prinz Albrecht von Preußen" einen Ast mit ganz anderen interessanten, schmackhaften Früchten.

Ein Fall für sich

Es konnte aber trotz sehr intensiver Bemühungen weder geklärt werden, wer dort wann veredelt hat, noch um welche besondere Sorte es sich dabei handelt. Keiner der Obstsortenexperten kann diese Früchte einer bestimmten Sorte zuordnen.

1975 war der inzwischen überalterte Baum gerodet worden. Von dem noch auffindbaren Ast entnahm Schuricht einige Reiser und veredelte sie in der Krone eines Buschbaumes. Bald setzte der Ertrag ein und das Obst wurde als "Opa-Apfel" benannt.

2009 bei einer Familienfeier erfuhr Catrin Just von der kleinen Apfelgeschichte. Unter dem Namen "Burgstädter Renette" ist die Sorte in der Genbank Obst in Dresden-Pillnitz aufgenommen. Im Sortennamen steht Burgstädt für den Fundort und die Bezeichnung Renette weist auf die süß-säuerlich Fruchteigenschaften hin.