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Bussarde und Reiher auf den Feldern

Natur Milder Winter sorgt für viel Nahrung

Eine Vielzahl von Mäusebussarden sowie Graureihern und ihre selteneren Artgenossen, die Silberreiher, tummeln sich auf den abgeernteten Feldern entlang der Straße von Stein nach Wiederau. Beobachtet werden zwischen 50 bis 100 Mäusebussarden. Spaziergänger berichten auch von einer wachsenden Zahl der Graureiher und zählten bislang knapp 40 Tiere, darunter auch viele mit weißem Gefieder. "Die Ansammlung der Bussarde hat etwas mit dem milden Winter zutun. Es fehlt die geschlossene Schneedecke und es gibt mehr Mäuse. Somit finden die Vögel genügend Nahrung auf den Feldern und Wiesen", erklärt Ornithologe Mario Greif. Allerdings vermutet er, dass es keine einheimischen Greifvögel sind, sondern Wintergäste aus Polen, den baltischen Staaten sowie Skandinavien. Die Situation wird noch bis Ende März bestehen, bevor die Vögel weiterziehen auf der Suche nach geeigneten Brutstätten. Der milde Winter habe auch auf das Verhalten der Sing- und Zugvögel seine Auswirkungen. "Es fehlen verschiedene skandinavische Zugvögel wie Seidenschwanz oder Bergfink. Auch spürt man jetzt die Folgen des Hochwassers, als gerade Brutzeit war und viele Nester zerstört wurden", erklärt der Umweltpädagoge aus dem Botanischen Garten Chemnitz. Exakte Zahlen über die Bestände liefern die Auswertungen der jährlichen europäischen Wasservogelzählung, die sechs Mal zwischen Oktober und März stattfindet.

Mario Greif ist dabei integriert und begibt sich an der Talsperre Kriebstein und entlang bestimmter Uferabschnitte der Zschopau auf Tour. "Die Daten werden zentral erfasst und europaweit ausgewertet. Durch die Verbesserung der Wasserqualität nach 1990 in unserer Region sind inzwischen Veränderungen spürbar", berichtet der Ehrenberger Naturschutzhelfer. So sind bestimmte Arten wie Reiherente und Blessralle fast verschwunden, dafür sind Kormorane häufiger zu sehen.