Bußgelder regional sehr schwankend

Wiederholung Kein gleiches Recht für alle

Die Verkehrsdelikte sind gleich, doch deren Ahndung teilweise höchst unterschiedlich. Wie das Magazin Autobild in der am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, können Bußgelder je nach Region bis zu 150 Prozent voneinander abweichen. Zwar sei die Bußgeldhöhe selbst, die sogenannte Regelbuße, bundesweit einheitlich geregelt, "Wiederholungstätern" drohe dem Bericht zufolge neben regulären Punkten und Strafzahlungen jedoch noch ein Aufschlag, der im Ermessen der Kreise und Kommunen liegt.

Als Beispiel wird ein Autofahrer ohne Punkte in Flensburg angeführt, der innerorts 26 km/h zu schnell fährt. Hierfür muss er 100 Euro Bußgeld berappen und bekommt drei Punkte. Stehen allerdings schon zwei Voreinträge wegen Tempodelikten innerhalb des vergangenen Jahres zu Buche, zahlt er völlig unterschiedlich extra. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sind es zehn Euro, im Landkreis Lüneburg 20 Euro, in Hamburg 25 Euro, im Märkischen Kreis 55 Euro und im Kreis Harburg kommen sogar stattliche 100 Euro oben drauf.

Auch in Bayern kann es teuer werden, denn die Ordnungshüter hier schlagen bei zentralen Verstößen wie Geschwindigkeit, Abstand, Überholen oder Rotlicht gern 50 Prozent bei Tätern auf, die innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal überführt werden und 100 Prozent bei denen, die zum dritten Mal auffällig wurden. Wer es noch öfter schafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, ist meist sogar den Führerschein los.

Ein Einspruch gegen die hohen Geldbußen und der damit verbundene Aufwand würde sich laut Autobild oft nicht lohnen, da die Gerichte die Bußgeldhöhe meist nur um 20 bis 50 Euro reduzieren.