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Cybermobbing und seine Folgen

Internet Freiberger Schüler lernen dazu

Freiberg. 

Erfinden wir eine Figur, einen Jungen. Nennen wir ihn Kai. Kai ist 15 Jahre alt und geht an ein Gymnasium. Dort hat er ein paar Freunde, lernt gut, fällt weder positiv noch negativ auf. Eines Tages aber ist er unkonzentriert und verhaspelt sich beim Vorlesen, spricht einen albernen Satz. Alle lachen darüber, einer aus der Klasse aber hat zufälligerweise heimlich mit dem Handy mitgefilmt, macht sich einen Spaß und stellt alles ins Internet. Von da an verselbstständigt es sich, nimmt Dimensionen an. Kai wird zum Opfer, dem selbst bisherige Freunde Häme entgegenbringen. Er vereinsamt, zieht sich zurück, hat Angst vor Mitschülern und davor, E-Mail oder SMS zu lesen, denn da wird er auch nur auf das Übelste verspottet. Kai denkt daran, sich etwas anzutun, was im letzten Moment von aufmerksamen Lehrern verhindert werden kann. So erfunden Kai auch ist, der Vorgang selbst ist Realität und kommt weltweit viel zu häufig vor. Myriam Brendel studiert in Stuttgart Kommunikationsmanagement und hält derzeit in Mittelsachsen an den Schulen Seminare zum Thema Cybermobbing, auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg.

"Der direkte Kontakt zu den Schülern ist dabei sehr wichtig", sagt sie. "Die Jugendlichen müssen für das Thema sensibilisiert werden." Die Freiberger Neuntklässler zeigten in der Diskussion, dass sie durchaus über die Gefahren Bescheid wissen, doch deren Tiefe war manchem nicht unbedingt klar. "Es kann jeden treffen, und das womöglich mit schlimmer Konsequenz", so Myriam Brendel. "Cybermobbing zu unterschätzen wäre ein Fehler." Sie rät deshalb, in einem solchen Fall mit Eltern und Lehrern zu reden, sich nicht zu verkriechen, auch wenn das schwer ist. Unterstützt wird das Projekt "Handy? Internet? - Wie sicher bist du?" von der Sparkassen-Stiftung für Jugend und Sport und zum Auftakt ging man auch an Schulen in Penig, Mittweida, Burgstädt, Niederwiesa und Brand-Erbisdorf.