Dabei im ersten Umwelt-Krimi

Vortrag Kanzlei schreibt 140 Jahre Rechtsgeschichte in Freiberg

Einem doppelten Thema widmete sich der Freiberger Altertumsverein diese Woche. Einerseits galt es, das 140-jährige Jubiläum der Anwaltskanzlei Täschner zu feiern. Damit verbunden wurde andererseits ein Vortrag von Christian Sitz, Rechtsanwalt in besagter Kanzlei, der einen Überblick über die Entwicklung der Rechtshistorie in Freiberg gab. Alles begann am 2. Januar 1872, als Eugen Alexis Täschner (1842-1901) zum Gründervater der Kanzlei wurde, die sich damals noch in der Burgstraße befand. Mit dessen Sohn Constantin (1873-1925) verbindet sich eine interessante Analogie. "Er ehelichte Anfang des 20. Jahrhunderts eine Nachfahrin des Indium-Entdeckers Ferdinand Reich", erzählt Christian Sitz: "Die wohnte damals im Haus Waisengasse 20." 1997, und das konnte Constantin damals wirklich nicht ahnen, sollten seine Nachfahren und Erben in eben jenem Gebäude mit der Kanzlei Quartier beziehen. "Ein Fall der Täschners schrieb sogar Rechtsgeschichte", berichtet Sitz weiter. "Sozusagen einer der ersten protokollierten Umweltfälle Sachsens." Constantins Bruder Osman Täschner (1878-1954) erkämpfte von 1932 an in einem zehnjährigen Prozess Schadenersatz für die Imker um Halsbrücke, deren Bienen aufgrund des Arsenausstoßes staatlicher Hütten verendet waren. Kurios der Fall, als die Donatsgemeinde sich auf eine Bestimmung Heinrichs des Frommen berief, die den Donatsfriedhof als alleinige Ruhestätte festlegte, weshalb die Gemeinde nun Entschädigung für jedes Grab auf anderen Friedhöfen wollte. Den Streit über jahrhundertealte Festlegungen gewann Täschner für die Stadt, die Gemeinde ging leer aus. Ein Beispiel dafür, wie die Rechtshistorie auch das heutige Bild der Stadt zu prägen vermag.