Das Erbe eines Bergakademie-Absolventen

Ausstellung Alte Fotos dokumentieren Bergbau in Südamerika

Freiberg. 

Freiberg. Es ist schon richtig, dass in Freiberg in diesem Jahr vor allem des 250. Geburtstages Alexander von Humboldts gedacht wird, jenes Absolventen der Bergakademie, dessen Wirken bis in unsere Zeit Bedeutung hat. Doch gibt es noch andere Menschen, die einst an der heutigen Ressourcenuniversität studierten und die zwar nicht über einen so berühmten Namen verfügen, bei denen es sich aber dennoch lohnt, ihren Lebenswegen Beachtung zu schenken. Einem solchen ist die Universitätsbibliothek "Georgius Agricola" auf die Spur gekommen. "Im vergangenen Jahr wurde uns der Nachlass von Carl Baur angeboten", erzählt Angela Kugler-Kießling, Leiterin des wissenschaftlichen Altbestandes der Bibliothek.

Nachlass ist nicht ohne

Dieser Carl Baur, geboren 1844 in Salem, studierte 1863 und 1864 in Freiberg, kam dann um 1870 nach Südamerika, genauer nach Antofagasta, und wurde dort technischer Direktor einer Hütte der englischen Firma Brownwell, Lewis y Cia. Dort hatte er die Aufsicht über fünf Schmelzöfen und drei Treibeherde, mit denen Silberbarren und silberhaltiges Kupfer hergestellt wurden. Erfahrungen dafür sammelte er zuvor in Halsbrücke. Recht schnell stellte sich heraus, dass sein Nachlass nicht ohne ist, denn er beinhaltet nicht nur zahlreiche Souvenirs wie Schmuckgegenstände, Pfeilspitzen, Speere oder Kürbisflaschen, sondern vor allem rund 600 Fotografien, welche Carl Baur wohl meist selbst angefertigt hat. Sie dokumentieren geradezu einmalig den Bergbau und das Hüttenwesen in Chile zu einer Zeit, als unter anderem in den Salpeterkriegen um das Territorium gekämpft wurde.

Am Donnerstag, den 21. Februar, eröffnet um 17 Uhr in der Bibliothek eine Ausstellung, welche den Nachlass auszugsweise präsentiert. Professor Christoph Breitkreuz hält dabei einen Vortrag zu den Spuren des Bergbaus in Chile.