Das Funkwesen hat hier ein Zuhause

Historie Deutschlandweites GFGF-Archiv in Hainichen

Hainichen. 

Hainichen. Hainichen hat zwar hinsichtlich der Funkgeschichte nicht viel vorzuweisen, denn hier wurden bis auf die Erfindung des Holzschliffs durch Friedrich Gottlob Keller bisher keine großen technischen Erfindungen gemacht, und dennoch ist die Gellertstadt für die Funkgeschichte eine ganz heiße Adresse: hier befindet sich nämlich das deutschlandweite, funkhistorische Archiv der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens (GFGF).

Engagierter Sammler betreut das Archiv

Akribisch betreut wird es von GFGF-Mitglied Ingo Pötschke, der selbst seit 35 Jahren ein engagierten Sammler betagter Radio-Geräte ist. Gleich in mehreren Räumen, die jeweils bis zur Decke mit Regalen voll gestellt sind, werden die umfangreichen Unterlagen zum Funkwesen aufbewahrt. "Das funkhistorische Archiv befindet sich bereits seit 2006 in Hainichen, vorher war es in der Ernst-Thälmann-Straße untergebracht", sagte Pötschke. Heute steht es in der Hospitalstraße. Neben über 6.000 Fachbüchern und 1.500 Zeitschriften-Jahrgängen sind hier auch zahllose Bedienungsanleitungen akribisch archiviert, so beispielsweise eine Original-Anleitung der bekannten Enigma, die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Aber auch zu vielen Herstellern von Radio- und Tonbandgeräten, wie beispielsweise Telefunken, Grundig und Tesla sind umfangreiche Unterlagen vorhanden. Natürlich fehlen auch die ehemaliger namhafter hiesiger Hersteller - beispielsweise Stern-Radio Rochlitz - nicht. Das Hainichener Archiv ist sogar international begehrt. So waren hier bereits Interessierte aus Korea, den Niederlanden und Tschechien zu Gast. In einem Leseraum können sich die Besucher für Ihre Recherchen viel Zeit nehmen. Heute ist Funk eine Trendtechnologie, die weite Verbreitung findet - von der Mobiltelefonie über kabellose Internetzugänge bis hin zur Kfz-Funkfernbedienung. Und immer werden neue Gebiete erobert, in denen die Funktechnik Einzug hält.