"Das ist ein echter Schatz"

Museum Mittweida hat 1.000 Skizzen des Bildhauers Schilling

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Sibylle Karsch und Michael Kreskowsky beim Betrachten der Entwurfszeichnungen von Johannes Schilling im Depot des Mittweidaer Museums. Foto: Uwe Schönberner

Mittweida. "Das ist ein echter Schatz", so formulierte es Michael Kreskowsky, der Vorsitzende des Fördervereines des Museum "Alte Pfarrhäuser" Mittweida, bezüglich der beiden großen Mappen, mit über 1.000 Handzeichnungen.

Die stammen nämlich vom in Mittweida geborenen Bildhauer Johannes Schilling (1828 bis 1910), der 1877 erster Ehrenbürger der Zschopaustadt wurde. "Diese beiden Mappen waren Bestandteil des Schillingschen Nachlasses, der dem Mittweidaer Museum durch die Familie Schilling als Dauerleihgabe übergeben wurde", sagte Museumsleiterin Sibylle Karsch erklärend.

Die Schätze sind in Alben eingeklebt

Zwar ist das Einkleben der Zeichnungen durch das Verwenden von Chemie nicht die ideale Aufbewahrungsvariante, "aber sonst wären vielleicht welche verloren gegangen", mutmaßt der Fördervereins-Chef. Aufgeklebt hat sie übrigens Heinar Schilling, ein Schillingscher Sohn aus zweiter Ehe. Die erste Mappe beinhaltet 989 und die zweite Mappe 73 Skizzen unterschiedlicher Größen.

Mal nehmen sie die ganze Seite ein, und ein anderes Mal ist die Grafik kaum größer als eine Briefmarke. Besonders der zweite Band hat erhebliche Feuchtigkeitsspuren. Zwar ist das Papier jetzt richtig trocken und sie werden klimatisch optimal gelagert, aber vorher müssen sie arg der Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen sein.

Die Entwürfe müssen noch erforscht werden

"Einige wenige Skizzen können wir zuordnen, aber die meisten müssen erst noch erforscht werden", sagte Kreskowsky. So ist beispielsweise der Kinderfries beinhaltet, dessen Gips-Entwurf erst kürzlich restauriert wurde und sich jetzt wieder im Schilling-Hausvon Mittweida befindet, ebenso mit dabei sind Kronen-Skizzen oder eine Grafik zur Quellnymphe, einer Brunnenfigur, die für seine Geburtsstadt Mittweida geplant war.

Über die jährlichen Schilling-Treffen anlässlich des Schillingschen Geburtstages hoffen die Beiden, dass sich Kenner der Werke von Johannes Schilling diesen Grafiken annehmen, um mehr darüber zu erfahren. Als erster Schritt wurden alle Skizzen durch Laszlo Toth aus Chemnitz in hoher Auflösung fotografiert und liegen damit digitalisiert vor.