Das mittelalterliche Leben sorgt für viel Begeisterung

Hobby Familie Reuther lebt gern im 14. Jahrhundert - hier und da geht es aber nicht ohne die moderne Technik

Das Leben im Mittelalter hat es der "Ritterschaft zu Hohenstein" angetan. Doch hier und da sind auch die Entwicklungen der Neuzeit ebenso praktisch wie notwendig. Zum Beispiel wenn es auf Reisen geht. "Insgesamt haben wir etwa 1,3 Tonnen Ausrüstung. Das ist dann ein großer Hänger voll", sagt Matthias Reuther, der bei den Rittersleuten die Fäden in der Hand hat. Mittelalterfestivals, Schulprojekte, Rittertreffen oder städtische Veranstaltungen wie zuletzt der Hohensteiner Jahrmarkt sind das Ziel der Historienfreunde. Immer donnerstags, ab 20 Uhr, gibt es im Hot-Sportzentrum ein besonderes Angebot. Dann treffen sich die Hobbyritter zum Schwertkampftraining. "Wer Interesse hat, kann da einfach einmal vorbeischauen und mitmachen", sagt Reuther. Die Leidenschaft für das Mittelalter wird seit etwa zehn Jahren ausgelebt und entstand damals in der Familie.

Das historische Lagerleben bringt so manche Einschränkung mit sich. Gekocht werden beispielsweise nur Gerichte, die es auch im 14. Jahrhundert schon gab. Kartoffeln und so manches Gewürz sind deshalb tabu. Strom gibt es ebenfalls nicht, doch gerade die Abende am Lagerfeuer und bei Kerzenlicht sorgen für das Flair, dass die Aktiven so schätzen. Mit historischen Spielen oder der Knappenschule wird Kindern ein lebendiges Bild vom Mittelalter präsentiert. "Die Eltern sind aber meistens genauso interessiert oder sogar noch mehr", sagt Mattias Reuther, der oftmals mit seiner Frau Jana und Sohn Kevin auf Tour geht. Ganz modern präsentiert sich die Ritterschaft in Sachen Außendarstellung. Denn unter www.ritterschaft-hohenstein.org gibt es sogar eine Seite im Internet.