Datenbrille erleichtert den Arbeitsalltag

Fortschritt Firma in Hartmannsdorf setzt auf Inklusion

Foto: Andrea Funke

Hartmannsdorf. In der Firma Schmaus sind 46 Mitarbeiter beschäftigt, 12 davon mit einem Handicap. Am Donnerstag bekam das Logistikcenter des Bürofachhändlers Besuch von der Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch. Das mittelständische Unternehmen geht bei der Suche nach Fachkräften einen besonderen Weg. Um gehörlose Mitarbeiter besser in den Arbeitsprozess zu integrieren, wurde für die Logistikabteilung eine spezielle Datenbrille entwickelt. Bei einem Firmenrundgang probierte auch Barbara Klepsch (im Foto 2.v.r.) sowie Stephan Pöhler, Beauftragter der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, die Neuentwicklung aus und wurden von Erik Güldenpfennig (r.), dem Bereichsleiter Logistik, darin unterwiesen. Daniela Schmaus (l.) erläuterte die Abläufe im Logistikzentrum.

"Wir versuchen wo es möglich ist Mitarbeiter mit Handicap in den Arbeitsprozess zu integrieren. Durch technische Hilfsmittel können alle auf gleichem Niveau arbeiten. Durch den Einsatz der Datenbrille können wir darüber hinaus auch papierlos arbeiten, das ist eine große Arbeitserleichterung", erklärt Daniela Schmaus. "Hier wird gezeigt was möglich ist und wie inklusives Arbeiten funktionieren kann. Mitarbeiter mit einer Behinderung sind für das Logistikunternehmen wichtige Fachkräfte, die mit moderner Technologie unterstützt werden.

So werden Barrieren abgebaut und Inklusion gelebt. "Wir brauchen mehr solcher Unternehmer, die Menschen mit Behinderungen einstellen", sagte Ministerin Klepsch im Gespräch. Gemeinsam mit der Technischen Universität München und dem Logistik-System-Spezialisten Firma CIM Fürstenfeldbruck wird im Projekt "Work-by-Inclusion" seit 2014 eine spezielle Datenbrille für die Mitarbeiter der Hartmannsdorfer Logistikabteilung eingeführt.

Die im Materiallager für den Kommissionierungsvorgang notwendigen Informationen werden über diese Brille elektronisch vor dem Auge des Mitarbeiters eingeblendet. Auch Alarm- oder Notfallwarnungen und weitere Informationen können über die Brille ausgegeben werden. Diese rein visuelle Informationsbereitstellung ist nicht nur an sich sehr effizient, sie hat außerdem den großen Vorteil, dass die Technologie gleichwertig von gehörlosen und hörenden Mitarbeitern genutzt werden kann.