Dem Nachwuchs eine Chance geben

Ausbildung Medizinstudenten sammeln praktische Erfahrungen künftig in Glauchau

Medizinstudenten können künftig im Rudolf-Virchow-Klinikum in Glauchau die ersten praktischen Erfahrungen sammeln. Das Haus in der Oberstadt wurde zum akademischen Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums in Jena ernannt. Das bedeutet: Angehende Mediziner dürfen im sechsten Studienjahr ihre Ausbildung in Glauchau absolvieren. Sie sollen vorrangig auf den Stationen für Chirurgie und Innere Medizin zum Einsatz kommen. Die ersten Nachwuchsärzte werden im Mai 2013 in Glauchau erwartet. "Wir hoffen, dass wir mit vier bis sechs Studenten starten können", kündigt Dyrk Zedlick, leitender Chefarzt des Klinikums, an.

Die Medizinstudenten treffen dann mit Sicherheit auch auf Janine Fritzsche. Sie ist momentan als Weiterbildungsassistentin zur Fachärztin für Innere Medizin in Glauchau tätig. Die junge Frau sammelte ihre ersten praktischen Erfahrungen im Josefstift in Dresden. "Das Klinikum in Glauchau verfügte damals noch nicht über den Status als Lehrkrankenhaus. Ansonsten wäre ich schon im sechsten Studienjahr hier gelandet", sagt Fritzsche. Aus ihrer Sicht bieten kleinere Standorte - wie Glauchau - den Studenten einige Vorteile: Sie erleben die gesamte Bandbreite ihres künftigen Berufs und dürfen bereits wichtige Erfahrungen in der Arbeit mit den Patienten sammeln. Das ist in Universitätskliniken nicht garantiert.

Die Hoffnung der Verantwortlichen des Rudolf-Virchow-Klinikums: Sie sehen im Projekt auch die Chance, dass die jungen Mediziner frühzeitig gebunden werden können. Das Klinikum beschäftigt momentan rund 70 Mediziner. Freie Stellen gibt es nur in der Inneren Medizin und der Psychiatrie. "Der Status des Lehrkrankenhauses bietet die Chance, dass einige junge Mediziner nach dem Studium in Glauchau bleiben und ihre Zukunft in diesem Haus aufbauen", hofft Zedlick. Im Klinikum stehen 325 Betten für Patienten und 30 Plätze in einer Tagesklinik zur Verfügung.