Den Gürtel enger schnallen: Kriebstein geht in den Sparmodus

Finanzen Räte beschließen Haushalt 2018

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Foto: Andrea Funke

Kriebstein. Im zweiten Anlauf ist er nun beschlossen, der Haushaltsplan 2018 für die Gemeinde Kriebstein. Zwar gab es zwei Gegenstimmen sowie drei Enthaltungen, aber die Mehrheit stimmte für diesen Haushaltsplan. Damit wurde der Haushalt Kriebsteins innerhalb von nur vier Wochen zum zweiten Mal beschlossen.

Weshalb? Weil der Ergebnishaushalt nicht ausgeglichen war, stimmte die Rechtsaufsichtsbehörde in Freiberg dem Haushalt nicht zu. Kämmerer Wolfgang Hein sagte dazu, dass es seit Januar eine veränderte Rechtslage gebe, wonach die Altabschreibungen gemeinsam mit Neuabschreibungen ausgewiesen werden. Dies habe er im ersten Anlauf nicht gemacht, den Fehler aber nun korrigiert. Finanzielle Engpässe prägen die Zukunft der Gemeinde aber weiterhin: "Wir haben stagnierende Steuereinnahmen, aber die Ausgaben - beispielsweise für Personal - steigen immer mehr", sagte Hein zu dieser brisanten Thematik.

Jährlich rund 100.000 Euro sparen

Konkrete Zahlen nannte er ebenfalls: "Jährlich müssen rund 100.000 Euro eingespart werden, um auch künftig einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können." Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler Kriebstein) jedenfalls ist optimistisch, aus mehreren Positionen jährlich diesen Betrag aufbringen zu können. Wie das konkret aussehen könnte, wurde zunächst hinter verschlossenen Türen beraten. Euchler nannte auf Nachfrage einige Punkte, wie die Situation verbessert werden könnte: So könne das Herstellen des Kriebsteiner Gemeindeboten an einen Verlag abgegeben werden, wodurch sich eine jährliche Einsparung von etwa 14.000 Euro ergäbe.

Eine neu zu bildende Arbeitsgruppe soll außerdem die Personalsituation prüfen, ob dort noch Einsparungen möglich wären, und die Elternbeiträge für Kindereinrichtungen seien noch immer vergleichsweise niedrig, erklärte sie weiter. Die Turnhallengebühren und auch die Vereinsförderungen sollen ebenfalls noch einmal gecheckt werden. Gewerbe- und Grundsteuer zu erhöhen, seien weitere Möglichkeiten. Diese hatte aber der Gemeinderat erst kürzlich abgelehnt.