Denkmalpreis in Köthensdorf vergeben

Auszeichnung Bahnhofsgebäude umfassend saniert

Köthensdorf. 

Köthensdorf. Zum Tag des offenen Denkmals in Mittelsachsen wurde der diesjährige Denkmalpreis übergeben. Alle Ausgezeichneten haben ihre historischen Gebäude umfassend saniert. Sie wohnen in Großschirma, Kleinschirma und Köthensdorf. "Ich freue mich immer wieder zu sehen, dass sich Menschen für den Erhalt der Denkmäler engagieren", sagte Landrat Matthias Damm bei der Feierstunde.

Der Bahnhof Auerswalde-Köthensdorf ist solch ein historisches Ensemble, welches mit viel Aufwand bewahrt und denkmalgerecht restauriert wurde und nun als Wohnhaus für Familie Strenske dient. "Die Einrichtung mit Durchgangsflur für die Reisenden, der Warteraum und Fahrkartenschalter wurden beispielsweise in die Wohnverhältnisse integriert", erklärt der Laudator vom Denkmalschutz Falk-Uwe Langer. Neben dem Hauptgebäude gibt es noch den Bahnsteig und ein 260 Meter langes Gleis sowie ein kleines Pissoirgebäude und das Bahnwärterhaus. Vor 20 Jahren startete Kerstin Strenske mit der Sanierung. Die Familie wohnte auf dem Chemnitzer Kaßberg und wollte raus aus der Stadt. Die Suche führte sie zum leerstehenden Bahnhof.

Sie übernahmen das Hauptgebäude im chaotischen Zustand. 1998 fuhr der letzte Zug auf der Strecke Chemnitz und Wechselburg, deren Bestandteil der Bahnhof war. Ihre ganze Zeit und Geld investierten das Paar mit Tochter und Sohn in die Restaurierung und das 8000 Quadratmeter große Grundstück. Unter anderem wurden die Klinkerfassaden von 1902 gereinigt und über 1000 Klinker ausgewechselt, die Dächer erneuert, Fenster, Türen und Treppen saniert. "Sehr viel Eigenleistung steckt drin, in unserem Urlaub wurde stets gearbeitet", erklärt Kerstin Strenske, die sich seitdem auch für die historische Eisenbahngeschichte interessiert und seit 2002 Mitglied im Verein Eisenbahnfreunde Chemnitztal ist. "Renate Uhlig aus Chemnitz, die hier im Bahnhof am 24.1.1945 geboren wurde, hat mir geschrieben und würde gern nochmal herkommen. Ich würde sie gern einladen, aber leider fehlte ihre Anschrift", bedauert Kerstin Strenske.