"Der abwechslungsreichste Beruf"

Interview mit Oberbürgermeister Erich Homilius, der Ende des Monats in Ruhestand geht

Nach 18 Jahren im Amt geht Hohenstein-Ernstthals Oberbürgermeister Erich Homilius Ende Oktober in den Ruhestand. Markus Pfeifer sprach mit dem 67-Jährigen.

Wie sehen die letzten Arbeitstage aus?

Es ist eigentlich einfach nur stressig. Unter anderem gab es viel Arbeit bei der Auswertung des Sachsenringrennens und für erste Planungen des Rennens nächstes Jahr. Es ist mir noch nicht richtig bewusst geworden, dass bald Schluss ist.

Was planen Sie für die Zeit des Ruhestandes?

Der Lebensrhythmus wird sich ja gänzlich ändern. Ich werde aber Aufgaben finden und mich einbringen. Wie und wo habe ich aber noch nicht genau festgelegt.

Mit Lars Kluge haben Sie einen Nachfolger, der schon seit ein paar Jahren in der Stadtverwaltung als Beigeordneter tätig ist.

Ja, und ich bin froh, dass das so ist. Für die Stadt ist das ein günstiger Übergang, denn es gibt ja in Sachen Haushalt oder bei Investitionen viele Dinge, die am laufen sind. Würde da ein ganz Neuer kommen, wäre es schwierig.

Was werden Sie vermissen?

Oberbürgermeister ist der abwechslungsreichste Beruf. Ich konnte die Entwicklung der Stadt mitgestalten, was aber ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Verwaltung nicht möglich gewesen wäre. Das war echtes Teamwork.

Gibt es auch Sachen, die Ihnen nicht gefallen haben?

Man muss auch gute Miene zum bösen Spiel machen können und manchmal eben einfach lächeln. Es gab auch schwierige Entscheidungen, die mit Unmut verbunden waren, zum Beispiel die Schließung des Sommerbades.

Welche Tipps geben Sie Ihrem Nachfolger mit?

Am Anfang ist es wichtig, die nötige Gelassenheit und ein dickes Fell zu bekommen. Bei wichtigen Entscheidungen muss man beide Seiten hören. Er hat vielleicht auch nicht das Glück, gleich so viele Einweihungen und Jubiläen mitzumachen wie ich. Es wird vieles zu erhalten sein in der Stadt, dass ist nicht so spektakulär, aber auch nicht einfach.