Der Fürstenzug - Zum Leben erwacht

Änderungen 24 Rollen im Hainichener Verein wurden neu besetzt

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Einige der neu besetzten Personen des Lebendigen Fürstenzuges zu Dresden (von links): Ulane (Mike Speer), Flötist (Tilo Behrle), Sächsischer Defensionär (Franz Tewes) und Fähnrich Kurt von Lüttichau (Torsten Bachmann). Foto: Uwe Schönberner

Hainichen/Dresden. Der Verein Lebendiger Fürstenzug zu Dresden startet wieder neu durch: 2003 ins Leben gerufen, hat inzwischen der Zahn der Zeit dafür gesorgt, dass vor allem die 44 Personen hoch zu Ross zu einem Großteil neu besetzt werden mussten. "Aber auch das sogenannte Fußvolk muss teilweise mit anderen Personen realisiert werden", so Regina Herberger, die im April den Vorsitz des Vereines übernahm.

Verein hat Besetzungs-Probleme

"Waren einige Reiter zum Start des Vereines 70 Jahre alt, so kann sich jeder ausrechnen, wie alt die heute sind", sagte sie zur aktuellen Situation. Insgesamt mussten 24 Rollen neu vergeben werden, damit der Verein seine ursprüngliche Authentizität zurückerlangt. Zwar hatte der Verein Fürstenzug zu Dresden gerade im vergangenen Jahr bei der Eröffnung des Oktoberfestes in München einen riesigen Medien-Erfolg, doch auch das konnte nicht über die Besetzungsprobleme im Verein hinwegtäuschen.

"In München konnten wir es uns leisten, männliche Personen auch mit Frauen zu besetzen, aber in Dresden geht das gar nicht", betonte Herberger. Viele Dresdner kennen ihren Fürstenzug und die dargestellten Personen ganz genau", ergänzt sie.

Auch die Kostüme werden enger

Es ist aber nicht nur das Alter der Darsteller, denn manches Kostüm passt jetzt einfach nicht mehr. So hat beispielsweise der ehemalige Mittweidaer Archivar Benny Dressl nicht mehr die Figur von vor 14 Jahren. Sein Kostüm übernahm derweil Torsten Bachmann. "Ich habe bereits zwei Mal ausgeholfen und gehöre jetzt fest dazu", sagte er.

Sehenswürdigkeit zum Stadtjubiläum nachgestellt

Beim Fürstenzug von Dresden handelt es sich um ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges von 1876 an der Nordwand des Stallhofes des Schlosses, das 1904 bis 1907 auf mehr als 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan übertragen wurde und als das größte Porzellanbild der Welt und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dresdens gilt.

Im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden wurde der Fürstenzug 2006 vom Verein "Lebendiger Fürstenzug zu Dresden" vor etwa 1,5 Millionen begeisterten Menschen als lebendiges Bild in Szene gesetzt.

2018 sind ebenfalls bereits zwei öffentliche Auftritte fest gebucht: am 17. Juni zu den Fürstentagen in Rochlitz/Seelitz sowie am Tag der Sachsen am 8. September in Torgau. Die Vorbereitungen darauf laufen bereits auf Hochtouren. "Mit Unterstützung bewährter Partner, wie beispielsweise dem Verein Mittelsächsischer Kultursommer, dem Verein Netz-Werk Mittweida sowie dem Reit- und Fahrverein Seelitz bin ich mir sicher, dass wir nahtlos an alte Zeiten anknüpfen können", so eine optimistische Regina Herberger.