Der Herr der Steine erinnert sich

Vorgestellt Stephan Liebscher aus dem Hainichener Ortsteil Böhrigen sammelt Mineralien

Stephan Liebscher liebt Steine und das Sammeln ist seit vielen Jahren seine große Leidenschaft. In der Wohnung des Böhringer lagert eine umfangreiche Mineraliensammlung, die sich der Hobbygeologe seit 1955 zusammen getragen hat. "Als Sechsjähriger fand ich an der Ostsee einen Stein mit einem Muschelabdruck, das hat mich so begeistert und fasziniert das sich daraus dieses Hobby entwickelt hat", erinnert sich Stephan Liebscher zurück. Bei jedem Ausflug hatte er fortan nur noch Augen für die unterschiedlichsten Steine. Mit dem Fahrrad ging es nach Freiberg auf die Halde. Alle Bergbaubetriebe schrieb der leidenschaftliche Sammler an und bekam Belegstücke zugesandt, sodass seine Sammlung beträchtlich wuchs. In den 80er Jahren gründete Liebscher gemeinsam mit Jens Schmidt und Johannes Kossel den Verein Segen-Gottes Erbstollen und war aktiv bei der Wiederherrichtung der Anlagen. Es genügt den Sammler allerdings nicht nur die funkelnden Stücke in den Vitrinen zu betrachten. Gleichfalls hält er in seinen Unterlagen genau den Fundort fest, untersucht das Gestein auf seine Zusammensetzung und wälzt Fachliteratur. "Jeden morgen stehe ich halb vier Uhr auf und vervollständige meine geologischen Karten mit den Fundorten, da habe ich die meiste Ruhe dazu", berichtet Liebscher, der nun aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Untertage oder auf hohe Berge klettern kann. Dennoch reizt ihn die Suche in gut zugänglichen Steinbrüchen nach neuen Fundstücken. Mit geschultem Blick erkennt er interessante Steine und ein kleines Hämmerchen vervollständigt die Ausrüstung. "Es ist für mich immer wieder faszinierend, wenn ich viel später einen Stein in meiner Vitrine betrachte und mich genau an den Fundort und die Umstände erinnere", stellt der 63-Jährige fest, der dennoch akribisch jedes Gestein mit einer Karteikarte und vielen Daten versehen hat.