Der Holz-Geselle mit grimmigem Blick

Weihnachten Nussknacker stammt aus dem Erzgebirge/ heute oft nur Dekoration

Der Nussknacker, ein bekannter Geselle aus Holz, der zu Weihnachten in vielen Stuben zu finden ist, hat seinen Ursprung im Erzgebirge. Wilhelm Friedrich Füchtner aus Seiffen, der aus einer Zimmermannsfamilie stammte, war es, der um 1870 aus Fichtenholz den ersten erzgebirgischen Nussknacker herstellte. Die von ihm geschaffenen Figuren waren die Urtypen der später weltbekannten Seiffener Nussknacker. In strenger Familientradition wurden durch die Fürchtners vor allem die Nussknacker, aber auch Räuchermänner sowie Engel und Bergmänner gefertigt. Speziell diese Erzeugnisse nach dem Vorbild ältester Seiffener Volkskunst haben ihren Ursprung bewahrt. Der Familienbetrieb steht in der sechsten Generation und will auch in Zukunft weiter an der erzgebirgischen Tradition fest halten.

Die oft grimmige Mine der Nussknacker soll die Obrigkeit der damaligen Zeit widerspiegeln, der die Menschen rechtlich ausgeliefert waren. So stellt der Nussknacker meist einen Soldat, Gendarm, König oder Förster dar, der eine "harte Nuss" knacken soll. Ein Nussknacker mit einer Größe von etwa 35 Zentimetern Höhe benötigt für seine Herstellung rund 130 Arbeitsgänge und kann aus bis zu 60 Einzelteilen bestehen. Dabei werden - gemessen an seiner Größe - relativ große Mengen an Fichten- und Buchenholz verarbeitet. Materialien wie Fell, Borsten, Leder, Stoff, Schnüre bilden neben Jacke und Hose die zierende "Bekleidung" der Nussknacker. Die Geschichte der Nussknacker geht aber viel weiter zurück: So sollen die ersten Nussknacker mit zwei Hebelarmen eine Erfindung von Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) sein. Jacob Grimm (1765 bis 1863) beschreibt beispielsweise, dass sich Nussknacker aus Götzenfiguren zum Besänftigen der Hausgeister entwickelt haben sollen. Holz-Nussknacker, wie wir sie heute kennen, entwickelten sich insbesondere nach 1800 vor allem im so genannten Spielzeugwinkel im Erzgebirge zwischen Seiffen, Olbernhau und Neuhausen. Der aktuell größte funktionierende Holz-Nussknacker der Welt befindet sich übrigens in Landkreis Mittelsachsen: Maschinenbauer Jürgen Löschner aus Neuhausen betreibt das "Erste Nussknackermuseum Europas". Hier befindet sich auch der mit 10,10 Metern größte Holz-Nussknacker überhaupt.

Heute kommen mehr und mehr auch Billigvarianten aus östlichen Ländern in die Läden und auf die Weihnachtsmärkte. Oft sieht man diesen Exemplaren aber gleich an, dass sie lediglich Massenprodukte sind. Um Nussknacker farblich ins rechte Licht zu rücken, werden meist leuchtende Farben wie rot, blau, grün und gelb verwendet, aber auch naturbelassene Nussknacker sind schön anzusehen und sorgen in der kalten Jahreszeit mit für eine weihnachtliche Atmosphäre.