Der Vater des Freiberg-Kalenders

Vorgestellt Der Dichter und Fotograf Joachim Link

Nein, ein waschechter Freiberger ist Joachim Link nicht, aber fast will es scheinen, als ob man nur sehr wenige Einwohner so sehr mit dieser Stadt identifizieren kann wie ihn, denn ihm verdanken wir nicht nur so manches Buch, in dem er sich lyrisch und bildhaft mit der Silberstadt beschäftigt, sondern vor allem den alljährlich erscheinenden Kalender "Freiberger Bilder". Geboren aber wurde Joachim Link 1938 im ostpreußischen Tilsit. Ende 1944 gelang der Familie mit dem letzten Zug noch die Flucht gen Westen. "Von Ferne sahen wir, wie unsere Heimatstadt bombardiert wurde", erzählt er. Auf verschlungenen Wegen gelangten sie nach Brand-Erbisdorf und später nach Langenau; es galt, sich durchzuboxen. Das Abitur schaffte er in Freiberg und dann ging es 1956 nach Chemnitz an die Hochschule für Maschinenbau. Vorher fuhr er ein im Glück Auf Schacht Langenau und lernte dort die harte Arbeit unter Tage kennen. Nach dem Tod des Vaters 1957 bricht er sein Studium ab, denn es zieht ihn in den Schacht zurück. Tiefbohrarbeiten sind nun sein täglich Brot, und er schafft es, ein entsprechendes Studium an der Bergakademie zu absolvieren. Sein Fachgebiet wird die Hydroerkundung und diese Arbeit führt ihn bis in den Jemen. Die Liebe lässt ihn gegen Ende der 1960er Jahre in Freiberg sesshaft werden, während er in Chemnitz bei der Wismut arbeitet. Dazu kommt 1969 die Geburt seines Sohnes Stefan. Erst die Gesundheit zwingt Joachim Link zum Einhalten. Doch Ruhe ist nicht nach seiner Art. Schon immer hat er gern Gedichte geschrieben. Nun beginnt er, sie zu veröffentlichen. "Bei meinem letzten Buch (Stadt am freien Berge) half mir wohlwollend die Stifterin Erika Krüger", sagt er. Stolz zeigt sich in Joachim Links Gesicht immer dann, wenn er erzählen kann, dass mittlerweile Sohn Stefan in seine Fußstapfen getreten ist und mit "Der geheimnisvolle Kristall" das erste Kinderbuch über Freiberg veröffentlicht hat.