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Die Entwicklung eines Stadtteils nach der Wende

Wohngebiet Das alte Grau ist längst verschwunden

Freiberg. 

Freiberg. Erinnerungen sind meist trügerisch. Zu gerne und zu oft verdrängt der Mensch all das, was ihm unbehaglich war in der Vergangenheit. Den Rest erledigt dann eine Gegenwart, die sich über die Bilder von einst drängt und sie nicht selten verzerrt und zu Irrtümern verleitet. Deshalb muss man sich nicht selten sehr stark konzentrieren, um in der Rückprojektion den damaligen Realitäten wieder nahe zu kommen. Nicht selten helfen dabei Fotos. Doch auch diese können nur Ausschnitte liefern.

Den Ort, trotz aller Nachteile, geliebt

Ein Beispiel für solche Schwierigkeiten dürfte das Erinnern an die Wohnverhältnisse vor der politischen Wende in der DDR sein. Unzählige Menschen waren damals glücklich, konnten sie in einem der neu entstandenen Wohngebiete ihr neues Heim beziehen, mit meist ausreichend Platz, Sanitäranlagen, Küche und Fernsehanschluss. Kein Wunder, dass ein solcher Ort damals trotz aller Nachteile geliebt wurde und man ihm auch heute noch treu anhängt. Doch wären wohl nicht wenige erstaunt und womöglich gar erschrocken, würden sie heute zurückversetzt in jene Zeit.

Umwandlungen in den Plattenbaugebieten

Bunt war es selten in den Neubaugebieten. Vorrangig gab es grauen Plattenbaubeton zu bewundern. Heute hingegen sieht es ganz anders aus, was wohl kaum der Fall wäre, hätte es die Umwandlungen 1989 nicht gegeben. In Freiberg existieren gleich zwei große Neubaugebiete, von denen sich das jüngere, nämlich Friedeburg, geradezu hervorragend als Beispiel nehmen lässt. Denn gerade hier hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung eingesetzt.

Anpassung an veränderte Wohnbedingungen

1978 wurde begonnen, das Gebiet zu planen, 1984 starteten die Bauarbeiten. Ironischerweise nur wenige Tage vor dem Mauerfall am 9. November 1989 wurde der letzte fertiggestellte Block bezogen, 1990 dann die Fertigstellung begangen. Nach der Wende geschah erst einmal nicht viel, doch bald setzte wieder reges Treiben ein, denn nun galt es, diesen Stadtteil den veränderten Wohnbedingungen anzupassen. Leergezogene Blöcke wurden abgerissen, andere modernisiert. Letztere Arbeiten dauern noch heute an.

Grau zählt zur Vergangenheit

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Freiberg hat erst kürzlich das erste Haus der neuen "Mineralienhöfe" fertiggestellt, wo generationenübergreifend ganz modern und individuell gelebt werden kann. Und auch die Wohnungsgenossenschaft Freiberg setzt ganz auf Modernisierung, verwandelt Altbestand in begehrte Top-Wohnungen. Fahrstühle und Balkone, um nur zwei Beispiele zu nennen, kommen überall hinzu. Und ja: Vor allem das Grau, von dem am Anfang die Rede war, ist längst schon Vergangenheit. Unwahrscheinlich, dass all das geschehen wäre, wenn sich nicht vor 30 Jahren jener grundsätzliche Wandel friedlich vollzogen hätte.



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