Die Fichte ist der "Baum des Jahres" 2017

Natur Beim 29. Anlauf hat es geklappt

die-fichte-ist-der-baum-des-jahres-2017
Baum-Experte Bernd Jentsch zeigt hier an einer stattlichen Fichte die "Früchte" des Baumes des Jahres: hängende Zapfen. Foto: Uwe Schönberner

Mittelsachsen. Die Fichte, der wohl bekannteste Nadelbaum in den hiesigen Breiten, ist der Baum des Jahres 2017. "Die Fichte hat besonders als Nutzholz eine große Bedeutung", sagt Baum-Experte Bernd Jentsch, Mitinitiator des Baumparkes Ringethal, über dieses Gehölz. Immerhin ist die Fichte mit einem Anteil von reichlich 28 Prozent das wichtigste Nutzholz in Europa. Auch als Rottanne wird die Gemeine Fichte bezeichnet. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zwischen Tanne und Fichte sind übrigens die Zapfen: Bei der Fichte hängen sie, bei der Tanne stehen sie, wie beispielsweise bei der Koreatanne.

Unter den Baumarten in Deutschland ist im Durchschnitt jeder dritte Baum eine Fichte, womit sie die häufigste Baumart darstellt. Sie kommt auch in Sachsen mit rund 35 Prozent am meisten vor, gefolgt von der Kiefer mit 31 Prozent. Insgesamt sind die Wälder des Freistaates Sachsen zu rund 70 Prozent von Nadelbaumarten geprägt. Insofern ist es nur schwer zu verstehen, dass die Fichte bei der Vergabe des Titels "Baum des Jahres", der immerhin bereits zum 29. Mal vergeben wurde, erst diesmal zum Baum des Jahres gekürt wurde.

Mit etwa 1,3 Millionen Kubikmetern Holz liefert die Fichte sogar mehr als die Hälfte der jährlich eingeschlagenen Holzmenge in Sachsen und ist damit entscheidende Grundlage der Wertschöpfung im Sektor Forst und Holz des Freistaates. Die Gemeine Fichte ist die Hauptbaumart der Wälder Mittelsachsens. Sie nimmt etwa 55 Prozent der Waldfläche ein.

Ihr Anteil an der Holznutzung ist sogar noch höher, jedoch liegen dazu auf Landkreisebene keine Daten vor. Die Fichte nimmt in ihrem Flächenanteil im Landkreis von Nordwest nach Südost - mit steigender Höhenlage - zu. In Lagen über 600 Metern hat sie teilweise Anteile von mehr als 80 Prozent, erfuhr der BLICK auf Anfrage aus dem Landratsamt Mittelsachsen. Die feuchtebedürftige Baumart zählt zu den Verlierern des gegenwärtigen Klimawandels. Bei höheren Durchschnittstemperaturen sind Fichten sozusagen ein Eldorado für Parasiten, wie beispielsweise den Borkenkäfer.

In der Nutzung eignet sich Fichtenholz besonders gut als Bau- und Konstruktionsholz. Ebenso wird Fichte für den Innenausbau oft zu Profilbrettern verarbeitet, gelegentlich auch zu hochwertiger Paneele.