Die Flugleidenschaft ist geblieben

Leute Wiedersehen mit Rico Dinter

Auerswalde. 

Aus der Luft erkannte Rico Dinter von weitem den Lichtenauer Ortsteil und insbesondere die Goethestraße, denn dort standen jeden Wochentag pünktlich 15.30 Uhr seine Winker entweder mit Regenschirmen, Fahnen oder Plakaten um ihn in seinem MDR Verkehrsflieger zu zuwinken. Vor elf Jahren fanden sich so Nachbarn und Bekannte auf Initiative von Waltraud Raubold zum Fanclub "Fliegender Rico über Auerswalde" zusammen. Im Juli letzten Jahres flog der leidenschaftliche Flieger seine letzte offizielle Runde für Radio Sachsen um aktuelle Verkehrsnachrichten zu senden. Sein Fanclub blieb ihm trotzdem erhalten. "Wir wissen gar nicht so recht, was wir nun in den Nachmittagsstunden unternehmen sollen und treffen uns ab und zu auf einen Schwatz übern Gartenzaun", sagt Waltraud Raubold, die alle Fans letzte Woche ins Siedlerheim einlud um ein Wiedersehen mit Rico Dinter zu feiern. Dicke Ordner mit allen Aktivitäten des Fanclubs der letzten Jahre machten die Runde und so manche Episode wurde in Erinnerung gerufen. Die Fliegerei hat Rico Dinter natürlich nicht an den Nagel gehangen, dazu liebt er die Freiheit über den Wolken viel zu sehr. Beruflich verstärkt er inzwischen das Team in der Möbeltischlerei seines Schwiegervaters Thomas Liebscher in Conradsdorf. "Ich bewundere die Leute, die sehr gewissenhaft arbeiten und jede Küche so einbauen, als wäre es ihre eigene", sagt Dinter, der selbst gelernter Zimmermann ist. Aber sobald ein Flugauftrag bei ihm eintrifft, legt er sein Werkzeug beiseite und stürmt auf den Flugplatz Langhennersdorf. Dort steht seine geliebte Cessna, die mittlerweile general überholt und frisch lackiert ist. Mit seinem Flight Service Dinter bietet der 46-Jährige Rund- und Fotoflüge sowie individuelle Flugrouten an.