Die Geschichte darf sich nicht wiederholen

Gedenktag KZ-Überlebende Esther Bejarano berichtet

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Esther Bejarano mit Carmen Scholtyssek vom Bündnis für Toleranz und Demokratie, das Lesung und Konzert organisierte. Foto: Ulli Schubert

Flöha/Niederwiesa/Oederan. Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus finden am 27. Januar am Ehrenmal in der Lessingstraße in Flöha und auf dem Friedhof in Niederwiesa Gedenkveranstaltungen statt.

Gedenkansprachen von Stadt- und Gemeindeoberhäuptern

In Oederan wird aller Opfer der NS-Zeit auch in diesem Jahr an der Grabstätte für drei jüdische Zwangsarbeiterinnen aus dem einstigen KZ Flossenbürg gedacht. Beginn ist jeweils 10 Uhr, Gedenkansprachen werden von den Stadt- beziehungsweise Gemeindeoberhäuptern der drei Kommunen gehalten.

Der staatliche Gedenktag wird auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog seit 1996 in der Bundesrepublik begangen. Anlass für dessen Vorschlag war die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee.

Esther Bejarano gelang die Flucht bei einem Todesmarsch

Eine der letzten Überlebenden des KZ Auschwitz konnten Schüler der Viehweg-Oberschule und des Luther-Gymnasiums Frankenberg in der vergangenen Woche begrüßen, wo Esther Bejarano aus ihren Erinnerungen las. Die Jüdin wurde 1943 in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie im Mädchenorchester unter anderem jeden Tag beim Marsch der Arbeitskolonnen durch das Lagertor spielte. Später in das KZ Ravensbrück verlegt, gelang ihr bei einem der Todesmärsche gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die Flucht.

Gegen das Vergessen erzählt sie erzählt von ihren Erlebnissen

Heute zählt Esther Bejarano 93 Jahre und steht trotz ihres hohen Alters jährlich zwischen 80 und 90 mal gemeinsam mit ihrem Sohn Joram und dem Rapper Kutlu Yurtseven auf der Bühne und gibt Konzerte gegen das Vergessen. So auch gut eine Stunde in Frankenberg.

"Ich befürchte, dass, wenn die Menschen nicht wissen, was geschah, solche schrecklichen Dinge wieder passieren können. Wir haben ja gerade wieder einen Rechtsruck, nicht nur in Deutschland, eigentlich auf der ganzen Welt. Ich weiß genau, was aus dieser Einstellung entstehen kann. Vor einer Wiederholung habe ich Angst", sagte sie.