Die Geschichte der Scharfrichterdynastie Brand

Ausstellung Oederan stellt Ahnenstammbaum aus

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Sonja Voigt vor dem Konterfei Moritz Brands in der Sonderausstellung im Oederaner Museum. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Als neulich Sonja Voigt ihren Vortrag hielt, konnte das Museum nicht rechtzeitig schließen. Zum einen wollten einige der 70 Zuhörer noch in die Sonderausstellung "Mittelalterliche Hinrichtungs- und Foltermethoden" schauen, zum andern bahnten sich Gespräche der Chronistin mit einigen Nachfahren des 1927 verstorbenen Landesscharfrichters Moritz Brand an.

Immerhin hatten er und seine Frau acht Töchter und Söhne. Viele der Nachgeborenen leben noch, auch in Oederan und drum herum. Sonja Voigt hat dem stark verästelten Stammbaum der Scharfrichterdynastie mit immensem Fleiß weitere Zweige hinzugefügt und auch die besondere Verbindung der Scharfrichterfamilien untereinander deutlich gemacht, wie sie noch früher üblich war.

Tabuthema und Anreiz zugleich

Das Scharfrichtergewerbe war kein angesehenes, auch wenn es die Menschen immer wieder zu den Hinrichtungen zog. Überaus interessant sind zudem ihre Erkenntnisse über die einstige Abdeckerei am heutigen Teichplan in Oederan, die zuletzt auch Moritz Brand, dann aber schon in Neuhohelinde, betrieb und schließlich nach vielen Anzeigen und Beschwerden wegen der, wie wir heute sagen würden, unmöglichen hygienischen Bedingungen aufgab.

Wer mehr über den Landesscharfrichter und seine Familie sowie mittelalterliche Hinrichtungs- und Folterwerkzeuge erfahren will, kann noch bis zum 30. Oktober die Sonderausstellung im Oederaner Museum täglich (außer montags) von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr anschauen.