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Die Geschichten hinter den Bildern

Ausstellung Günter Rösslers Fotos im Schloss

Lichtenwalde. 

Es muss dies schon ein ganz besonderer Mensch gewesen sein, wenn noch Jahrzehnte nach der gemeinsamen Arbeit Fotograf und Model sich treffen, und wenn dies keine Ausnahme, sondern Normalität ist. Günter Rössler hat hunderte, meist junge Mädchen und Frauen fotografiert, als Models für die Zeitschriften Modische Maschen oder Sybille in der gerade angesagten Mode in der DDR oder für das Magazin, dann nackt ganz im Mittelpunkt der Aufnahme. Sie entstand als eine von vielen, wurde sorgsam ausgewählt als die beste, nach stundenlangen Shootings oder manchmal auch als Ergebnis des einen genialen Augenblicks. Den zu erkennen das Können des Meisters der ostdeutschen Fotografie ausmachte. "Aber", sagt der Regisseur Fred R. Willitzkat, "so toll die Fotos sind, die größte Stärke Günter Rösslers war sein Umgang mit den Menschen."

Willitzkat führte am Sonnabend gemeinsam mit Kirsten Schlegel durch die Sonderausstellung im Schloss Lichtenwalde, die wie sein Film über den Fotografen den Titel trägt: "Günter Rössler: Die Genialität des Augenblicks". Kirsten Schlegel, der Witwe Rösslers, stand als 15-Jährige für ein Modemagazin erstmals vor Günter Rösslers Kamera. Bis sie ihm auch als Aktmodel zur Verfügung stand, musste er Jahre warten. Sie kuratierte auch die Ausstellung, für die sie 150 der Bilder auswählte, die dem Fotografen besonders am Herzen lagen, hinter denen oft eine bemerkenswerte Geschichte steckt, von denen sie die eine oder andere erzählte. Denn auch Kirsten Schlegel hat noch immer Verbindungen zu vielen früheren Models.

Für die Ausstellung hat sie neben den Akten auch Beispiele aus Rösslers Mode- und Reportagefotografie ausgewählt. Es ist dies auch eine Zeitreise für die Betrachter: Mein Gott, ja, mag manche reifere Damen denken, das Teil trug ich damals auch. Ganz ungeniert der Tipp: Die Ausstellung unbedingt anschauen. Und noch besser: Sich gleich für eine der nächsten beiden Sonderführungen am 12. September anmelden.



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