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Die Hochschule Mittweida bringt humanitäre Hilfe in die Ukraine

Hilfsaktion Transport mit Hilfsgütern startet am Freitag

Mittweida. 

Mittweida. Am Freitag startet ein 40-Tonner voller medizinischer und anderer Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze. Am Donnerstagnachmittag wir der Sattelzug am Laserinstitut Hochschule Mittweida beladen. An Bord befinden sich unter anderem zwanzig Krankenbetten für Erwachsene und Kinder, Rollstühle, Monitoringsysteme, Beatmungsgeräte, ein OP-Tisch, Medikamente im Wert von rund 20.000 Euro sowie zahlreiche Paletten mit medizinischem Verbrauchsmaterial. Zudem enthält die Lieferung Nahrung, Nahrungsergänzungsmittel und weitere Dinge des täglichen Bedarfs. Ziel der Fracht ist die Universitätsstadt Dnipro im zentralöstlichen Landesteil, wo die Hochschule Mittweida seit vielen Jahren mit der Oles Honchar Dnipro National University (DNU) zusammenarbeitet und von der auch ein Teil der zwanzig aktuell in Mittweida lebenden ukrainischen Studierenden kommt.

Dieser Transport ist einer der Bausteine der Hilfsmaßnahmen der Hochschule. Weitere Maßnahmen sind vor allem für die Studierenden aus der Ukraine, Russland und Belarus notwendig, die aufgrund des Angriffskriegs der russischen Staatsführung auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. .Ihnen helfen unter anderem kurzfristig gewährte Deutschlandstipendien dabei, ihr Studium an der Hochschule Mittweida fortzusetzen. Zum anderen kümmert sich die Hochschule um die in den nächsten Wochen erwarteten Geflüchteten aus der Ukraine.

Hilfe aus vielen Händen

Die Hochschule Mittweida freut sich über die Hilfsbereitschaft. Aus verschiedenen Teilen Deutschlands kamen in dieser Woche Hilfsgüter nach Mittweida, die für die Menschen in der Ukraine bestimmt sind. Am Campus werden die Hilfsleistungen koordiniert und die Logistik gesteuert.

"Als wir gehört haben, dass die HSMW nicht nur ihre Studierenden unterstützt und Geflüchtete versorgt, war für uns sofort klar, dass wir helfen wollen", sagt Professor Heinrich Wiedemann. Der akademische Leiter der mit der HSMW kooperierenden Campus-M-University-Studienzentren in München und Nürnberg schuf vor Ort Flächen, um die Hilfsgüter zu sammeln. Zuvor hatte er gemeinsam mit dem Mittweidaer Rektor Professor Ludwig Hilmer Spender:innen direkt angesprochen und mit Hilfe der Bayerischen Krankenhausgesellschaft einen Hilferuf im Nachbarfreistaat gestartet.

"Die spontane Hilfsbereitschaft ist überwältigend", sagt Hilmer. "Die Campus M University als mobiles Studienprogramm der Hochschule Mittweida spendet selbst Medikamente im Wert von rund 10.000 Euro. Die Freunde der Hochschule aus Mittweida steuern weitere Medikamente im selben Wert bei." Die kurzfristige Beschaffung haben die Mittweidaer Apothekerinnen Uta Siling (Rats-/Löwen-Apotheke) und Christine Hellbach (Sonnen-Apotheke) ermöglicht.

Die medizinischen und anderen Sachspenden wurden gezielt zusammengestellt. Die Hochschule Mittweida hat mit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffs der russischen Staatsführung einen Krisenstab eingerichtet, der die Maßnahmen für die betroffenen Studierenden, wissenschaftlichen Partner und deren Angehörige koordiniert. Die Hochschulleitung steht in stetigem Kontakt mit ihren Partnerhochschulen in der Ukraine und sammelt Informationen, was aktuell primär benötigt wird.

Parallel organisierte der Mittweidaer Studentenrat den Transport der Hilfsgüter in die Ukraine. Zunächst wurden die Güter aus München und Nürnberg mit vier von Sixt und Cavertitzer Elektromontage gesponserten LKW nach Mittweida gebracht. Weitere Sachspenden aus Mittelsachsen kamen hinzu. Als Logistik-Hub dient das Laserzentrum Hochschule Mittweida. Dort können die Hilfsgüter auf Paletten umgelagert werden. Das erleichtert den weiteren Weg der Güter, die an der polnischen Grenze zur Ukraine an die ukrainischen Partner der Hochschule Mittweida übergeben werden. Die Waldheimer Speditionsgesellschaft (WSG) stellt für den Transport zur Grenze einen 40-Tonnen-Sattelzug bereit, der am Freitag aus Mittweida aufbrechen wird.

"Schon am Dienstag ist eine Gruppe von Studierenden nach Polen gefahren und spricht mit Logistikzentren in Grenznähe zur Ukraine", erklärt Studentenrats-Geschäftsführer Gordon Guido Oswald. "Dort werden die Güter vom deutschen auf einen ukrainischen LKW verladen, der dann in Richtung Dnipro fährt. Am Samstag werden sie dort verteilt."

Zuflucht und Zukunft für Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Parallel dazu koordiniert die Hochschule Mittweida die Hilfe für Betroffene des Angriffskriegs. Mittweida, unterstützt 22 Studierende aus der Ukraine mit einem Deutschlandstipendium. Weitere Förderer haben ihre Bereitschaft zugesagt. Die monatliche Unterstützung in Höhe von 300 Euro ermöglicht den Studierenden, sich selbst zu versorgen. Zudem nimmt die Hochschule Mittweida mehrere ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, die vor dem Krieg geflohen sind und Unterkunft in der Hochschulstadt finden.

Dienen die ersten Maßnahmen vor allem dem Überleben, soll es in einer jetzt unmittelbar einsetzenden Phase auch um das Leben der Geflüchteten bei uns gehen. Rektor Ludwig Hilmer: "Die Hochschule Mittweida setzt alles daran, geflüchteten Studierenden, Akademikern und Akademikrinnen unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zur Hochschule Mittweida eine Perspektive zu geben". So will die Hochschule aus der Ukraine geflüchteten Studierenden die Möglichkeit geben, ihr Studium fortzusetzen. Das betrifft nicht nur Studierende der zwei Partnerhochschulen in Dnipro und Odessa, sondern Studierende aller ukrainischer Hochschulen und aller Nationalitäten. Sie können zum Beispiel in die Deutschkurse am Studienkolleg der Hochschule Mittweida aufgenommen werden und englischsprachige Lehrveranstaltungen besuchen. Auch geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler will die Hochschule darin unterstützen, ihre wissenschaftliche Arbeit in Mittweida oder an einer anderen Hochschule in Deutschland fortzuführen.

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