Die Memoiren des Altrektors

Vorgestellt Dietrich Stoyan arbeitete 16 Jahre als Professor an der Bergakademie

Es gibt wohl nur ganz wenige Studenten in Deutschland, welche sich auf dem Gebiet der Stochastik abmühen und seinen Namen nicht kennen. Dietrich Stoyan, von 1990 bis 2006 Professor für Angewandte Stochastik an der TU Bergakademie und in den Jahren zwischen 1991 und 1997 deren Rektor, hat mehrere Bücher zu seinem Spezialgebiet geschrieben, von denen einige getrost als Standardwerke bezeichnet werden können. Nun allerdings hat er ein Buch verfasst, welches, wie er selber sagt, vor allem unterhalten soll. "In zwei Zeiten" heißt es und ist soeben erschienen. "Hemdsärmlich wie ich bin, nenne ich es Memoiren", schmunzelt Stoyan. "Aber es ist mehr eine Sammlung von Erinnerungen." 1940 in Berlin geboren verbrachte er aber Kindheit und Jugend in Halberstadt, Jahre davon im Kinderheim "Klus", in welchem er als Halbwaise unterkam. "Daran habe ich schöne Erinnerungen", sagt er ohne Nostalgie. "Ich habe mich bemüht, neben den mittlerweile gewonnenen Einsichten auch die damalige Sicht nicht zu vernachlässigen." 1964 kam er dann nach Freiberg ans Brennstoffinstitut und danach an die Bergakademie. Manches davon liest sich spannend wie ein Krimi, und dennoch hält Dietrich Stoyan sein Leben eher für ein Typisches. "Viele Wissenschaftler meiner Generation werden Parallelen entdecken", meint er. Eine Buchpremiere gibt es zwar nicht, doch schon jetzt können sich Interessierte den 24. Januar 2013 vormerken. Da findet in der Universitätsbibliothek eine Lesung statt. Zuviel vom Buch soll hier nicht verraten werden, vor allem nicht über Dietrich Stoyans Euro-Forschung. Unterhaltsam, so wie er es vorhatte, ist es auf jeden Fall geworden. "In zwei Zeiten - Ein Altrektor der TU Bergakademie erzählt" 220 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 978-3-89918-213-2