Die Reformation in Weißenborn

Buch Ortschronist suchte in Luthers Schriften nach Spuren

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Ein Ort der Reformation: Die Kirche in Weißenborn mit ihrer beeindruckenden Deckengestaltung. Foto: Wieland Josch

Weißenborn. Darüber, wie die Reformation in Freiberg abgelaufen ist, wisse man ziemlich viel, stellt Albrecht Lorenz fest. Doch wie sie sich in den kleineren Ortschaften gestaltete, da ist wenig zu finden.

Albrecht Lorenz ist einer der beiden Ortschronisten von Weißenborn, und als er 2013 zum 850. Jubiläum der Gemeinde gemeinsam mit anderen eine Festschrift erstellte, da fiel ihm dieses Manko auf. "Erst seit der Zeit um 1800 liegen uns die Kirchenaufzeichnungen vor", sagt er. Der Grund dafür ist, dass diese Unterlagen im Schloss des Ortes untergebracht waren, welches Anfang des 19. Jahrhunderts verkauft wurde und dessen neuer Besitzer all das Papier höchstwahrscheinlich vernichtete.

Umfangreiche Recherchen hatten ein Ergebnis

Um jene wichtige Epoche der Reformation in Weißenborn zu rekonstruieren war aufwendige Forschungsarbeit nötig. Fündig wurde Albrecht Lorenz in der Kasseler Universitätsbibliothek, welche die gesamten Schriften Luthers in der Weimarer Ausgabe beherbergt, auch die Briefe. Und aus denen geht hervor, dass es sehr wohl einen protestantischen Geistlichen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Weißenborn gegeben hat. Der Ortspatron Melchior von Hartitzsch hielt seine schützende Hand über ihn.

Welch spannende Rolle er gespielt hat, was Ritter und Gelehrte vor Ort trieben, welche Familienbande existierten, darüber lässt sich trefflich in dem Buch "1500-1648 - Das Reformationsjahrhundert in Weißenborn" lesen, welches die Gemeinde zum Preis von 10 Euro herausgegeben hat.