Die Vielfalt der Schwibbögen

Ausstellung Bastler der Region stellen in Oederan über 100 Schwibbögen aus

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Ulrich Kästner stellt diesen Schwibbogen mit Wolkenburger Motiven im Oederaner Museum aus. Foto: Ulli Schubert

Oederan/Penig. Eine Ausstellung mit mehr als 100 Schwibbogen von 48 Ausstellern aus vielen Gemeinden von Brand-Erbisdorf bis Zwickau ist seit dem 1. Advent im Oederaner Museum zu sehen. Das Besondere daran: Es handelt es sich ausschließlich um eigene Kreationen.

Einer der Aussteller ist Ulrich Kästner aus Penig, von dem ein Lichterbogen mit Motiven von Wolkenburg zu sehen ist. Der Tischler hat sich bereits vor vier Jahrzehnten dem Schnitzen als Hobby verschrieben und ist Vorsitzender des Vereins für volkskünstlerische Heimarbeit Penig, bei dem neben dem Schnitzen auch Klöppeln und textile Gestaltung als Hobby betrieben wird und der 2014 auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Kästners Schwibbogen ist freilich weder geschnitzt, noch geklöppelt oder gestrickt - auch solche Exemplare lassen sich freilich in der Ausstellung finden -, sondern mithilfe der Dekupiersäge gefertigt. Bei seiner Arbeit favorisiert Ulrich Kästner Motive aus seiner unmittelbaren Heimat.

So wie sich viele der Leihgeber in der Tradition des erzgebirgischen Schwibbogens bewegen. Das älteste, aus Metall gefertigte Exemplar, stammt aus dem Jahr 1740. Museumsleiterin Ramona Metzler erläuterte in der Vernissage zur Ausstellungseröffnung das Thema "Der Schwibbogen - das Mundloch des Bergbaus", ohne auch andere Erklärungen für das Entstehen des Brauchtums zu verschweigen. Wie auch immer, der Schwibbogen gehört schlicht zur Advents- und Weihnachtszeit im Erzgebirge. Von der Vielfalt des Schaffens zeugt die Ausstellung im Oederaner Museum auf beeindruckende Weise. Besucht werden kann die Schau dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr. Geschlossen ist an den Feiertagen sowie am 24. und 31. Dezember.