Die Wucht der Unwucht

Reifen Auswuchten kann sinnvoll sein

Die Wettervorhersage lässt keine Zweifel: Es wird kälter in Deutschland. Zeit, die Heizung anzudrehen, die Sommersachen in die Winterpause zu schicken und Winterreifen aufzuziehen. Auch wenn die Zeit langsam drängt, sollte man nicht auf korrektes Auswuchten der Räder verzichten. Denn bereits eine Unwucht von zehn Gramm wirke durch die Fliehkraft im Fahrbetrieb bei Tempo 100 wie 2,5 Kilogramm, warnen die Experten der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung. Untrügliche Anzeichen einer Unwucht ist zumeist ein "flatterndes" Lenkrad, auch kann es bei höheren Geschwindigkeiten zu ungewohntem Vibrieren des Autos kommen.

Wird die Unwucht an Rädern ignoriert, ist unweigerlich ungleichmäßiger Reifenabrieb sowie höherer Verschleiß der Pneus und Fahrwerkslager-Komponenten die Folge. Zugleich nimmt die Belastung der Stoßdämpfer zu und der Fahrkomfort ab. Besonders heikel ist jedoch der negative Einfluss der Unwucht auf die Reifenhaftung. Das wiederum verschlechtert die Traktion, den Bremsvorgang und die Steuerung des Fahrzeugs. Treten solche Symptome auf, empfiehlt die GTÜ, die Reifen in einer Fachwerkstatt kontrollieren zu lassen. Auf einer Auswuchtmaschine in Rotation versetzt, lässt sich die ungleiche Masseverteilung von Reifen und Felgen schnell diagnostizieren und die Position von Auswuchtgewichten bestimmen.

Reifen sollten aus Gründen der Sicherheit und des Fahrkomforts möglichst bei jedem saisonalen Reifenwechsel und nach längerer Lagerung ausgewuchtet werden. Unabhängig davon raten die GTÜ-Experten, regelmäßig "ein Auge" auf die Räder zu werfen. Denn zu schnell können die Gewichte, die die Reifen balancieren, abreißen. Da genügt unter Umständen bereits ein Bordstein oder Schlagloch. Dann wird Unwucht schnell zur Wucht.